© BMIMI / Stefanie Hilgarth - Die Botschaft der Illustration
Übersichtsbild aus der Publikation "Mobilitätswende in der Gemeinde - so klappt's" einer typischen ländlich geprägten Gemeinde

Mobilitätswende in Städten, Gemeinden und Regionen

Kurze Wege, attraktive Ortszentren und gut vernetzte Mobilitätsangebote steigern die Lebensqualität vor Ort. Erfahren Sie, wie Ihre Gemeinde mit gezielten Maßnahmen und kostenloser Beratung durch klimaaktiv mobil die lokale Mobilität weiterentwickeln kann – inklusive Checkliste!

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Übersichtsbild aus der Publikation "Mobilitätswende in der Gemeinde - so klappt's" einer typischen ländlich geprägten Gemeinde

Gestalten Sie die Mobilitätswende aktiv mit klimaaktiv mobil!

Die Mobilitätswende ist zentral für eine nachhaltige Zukunft – tragen Sie dazu bei, Ihre Stadt, Gemeinde oder Region klimafreundlicher zu gestalten! Bis 2030 sollen laut dem Strategiepapier der Bundesregierung, dem „Mobilitätsmasterplan 2030“, 60 Prozent der Wege in Österreich klimafreundlich zurückgelegt werden. Nutzen Sie Ihre Chance, aktiv an dieser Vision mitzuwirken und einen entscheidenden Beitrag zu leisten.

Das Bundesministerium für Innovation, Mobilität und Infrastruktur (BMIMI) bietet mit dem Programm „Mobilitätsmanagement für Städte, Gemeinden und Regionen“ umfassende Beratung für Ihre Projekte rund um Aktive Mobilität und Mobilitätsmanagement.

Das Beratungsprogramm für Städte, Gemeinden und Regionen steht Ihnen dabei als Partner zur Seite: Mit einem österreichweiten, kostenlosen Beratungsservice begleiten wir Sie bei der Planung und Umsetzung Ihrer Vorhaben.

Die Mobilitätswende im Überblick

Wer die Mobilität in der Gemeinde weiterentwickeln möchte, steht vor allem zu Beginn vor vielen Fragen. Die folgenden Unterkapitel helfen Ihnen dabei, die österreichischen Klimaziele zu erreichen und die Lebensqualität in Ihrer Gemeinde zu verbessern.

Der Weg zur Gesamtstrategie

Mobilitätsangebote für alle Generationen und Konzepte wie die „15 Minuten-Gemeinde“ ermöglichen eigenständige, aktive und sichere Mobilität für alle Menschen. Eine ganzheitliche Betrachtung aller Mobilitätsformen und die Erhebung wichtiger Schnittstellen, Ziel- und Quellorte sowie Gefahren- oder Problemstellen schaffen ein Bewusstsein und eine Grundlage für die Umsetzung eines nachhaltigen Mobilitätssystems. Mobilität endet nicht an der Gemeindegrenze, eine Verknüpfung mit regionsübergreifenden Verkehrswegen und -Verbindungen macht Sinn. 

Die Einführung von Rad- und Fußverkehrsbeauftragten, ausgestattet mit Zuständigkeiten und im Idealfall Budget, erweist sich als sinnvoll, um aktive Mobilitätsformen ins Bewusstsein der Öffentlichkeit zu rücken. Sie treiben  Verbesserungen in diesen Bereichen voran und vernetzen sich mit und relevanten Akteur:innen. Generell macht sich eine Beteiligung der betroffenen Bevölkerung und lokaler wie regionaler Initiativen sowie eine parteiübergreifende Zusammenarbeit bezahlt. 

Zusätzlich zur Infrastruktur für Fuß- und Radverkehr ist es wichtig, auch ergänzende Angebote für aktiv mobile Verkehrsteilnehmer:innen aller Altersstufen zu schaffen. Neben Self-Service-Stationen für Radfahrende machen auch Sitzgelegenheiten und Trinkbrunnen die Fuß- und Radwege attraktiver. Eine gute Beleuchtung kann das Zu-Fuß-Gehen vor allem in Unterführungen und in abgelegeneren Ortsteilen angenehmer gestalten. Bepflanzungen mit Bäumen dienen in den Sommermonaten als Schattenspender und verschönern die Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur. An ÖV-Haltestellen und weiteren Punkten entlang von Rad- und Fußverkehrswegen sind neben ausreichend überdachten Parkmöglichkeiten für Fahrräder aller Art, Roller und Kinderwagen auch Witterungsschutz, Schließfächer und öffentliche Toiletten gefragt. Spielmöglichkeiten in der Nähe von Sitzgelegenheiten und Trinkbrunnen runden das attraktive Angebot ab.

Checkliste

  • Gibt es eine übergeordnete Mobilitätsstrategie für die Gemeinde oder Region, die politisch beschlossen und langfristig verankert ist?
  • Beinhaltet die Strategie alle relevanten Verkehrsarten (Fuß-, Rad- und Öffentlicher Verkehr sowie motorisierter Individualverkehr)?
  • Sind Schnittstellen zur Raumplanung, Stadtentwicklung und regionalen Vernetzung berücksichtigt und abgestimmt?
  • Wurden klare Ziele, Zuständigkeiten und Prioritäten für die Umsetzung festgelegt (zum Beispiel. „Kümmerer“, Maßnahmenplan)?
  • Wurde die Bevölkerung, lokale Initiativen sowie relevante Akteur:innen (Verwaltung, Wirtschaft, Bildung, Nachbargemeinden) aktiv eingebunden?
  • Sind eine regelmäßige Evaluierung und Fortschreibung der Strategie vorgesehen, um neue Entwicklungen zu berücksichtigen?

Raumplanungsinstrumente

Eine dichte Siedlungsstruktur, vielfältige Nutzungsmischungen und kurze Wege sind ideale Voraussetzungen, um auf Mobilitätsformen Aktiver Mobilität umzusteigen und Konzepte wie die 15 Minuten-Stadt umzusetzen. 

Wesentlich ist die Einbeziehung des Fuß- und Radverkehrs in die Instrumente der örtlichen Raumplanung: 

  • Die angestrebten Fuß- und Radwegenetze werden sinnvollerweise im örtlichen Entwicklungskonzept festgelegt und das öffentliche Interesse daran dokumentiert.
  • Auf der Ebene des Flächenwidmungsplans lassen sich bestehende und angestrebte Verbindungen der Fuß- und Radverkehrsinfrastruktur festhalten und ersichtlich machen.
  • Im Bebauungsplan können öffentliche Durchwegungen nach Möglichkeit festgelegt werden und relevante Wegebeziehungen freigehalten werden. 

Weitere Möglichkeiten zur Sicherung von Fuß- und Radwegverbindungen sind öffentlich-rechtliche oder privatrechtliche Instrumente, wie etwa der Kauf relevanter Flächen für Durchwegungen, die Absicherung von Wegerechten im Grundbuch (Stichwort Dienstbarkeit) oder die vertragliche Regelung zur Nutzung von Flächen über Pachtverträge. 

Um die Ortszentren lebendig zu halten bzw. wiederzubeleben gibt es neben Nachnutzungskonzepten und Verdichtungsmaßnahmen auch vergleichsweise unaufwändige Möglichkeiten. Dazu zählt unter anderem das Aufstellen von Sitzgelegenheiten oder offenen Bücherschränken, um Begegnung und Miteinander zu ermöglichen.

Checkliste

  • Sind zentrale Funktionen wie Wohnen, Arbeiten, Versorgung, Bildung und Freizeit räumlich gut verknüpft (Funktionsmischung, kurze Wege)?
  • Wird Innenentwicklung vor Außenentwicklung konsequent umgesetzt (Nachverdichtung, Nutzung von Leerständen, Ortskernbelebung)?
  • Besteht eine gute Anbindung an den Umweltverbund (Fuß-, Radverkehr, Öffentlicher Verkehr) bei neuen und bestehenden Siedlungsgebieten?
  • Werden autoreduzierte Wohnkonzepte (Carsharing, Fahrrad- und E-Transportradsharing, ÖV-Netzkarten) aktiv gefördert oder ermöglicht?

Ein Einblick in die Stadtgemeinde Mank, die durch eine kluge Raumplanung kurze Wege für ihre Bewohner:innen ermöglicht:

Fußverkehr

Jeder Weg beginnt zu Fuß. Das Zu-Fuß-Gehen ist dabei nicht nur gesund, sondern auch platzsparend. Eine gute Raumplanung ermöglicht es, Einrichtungen des täglichen Bedarfs fußläufig zu erreichen. Gleichzeitig trägt das Zu-Fuß-Gehen wesentlich zur Belebung des öffentlichen Raums bei und fördert soziale Kontakte, Nachbarschaft und die lokale Wirtschaft. Lesen Sie hierzu auch mehr unter Wirtschaft und Fußverkehr

Checkliste

  • Gibt es ein durchgängiges, sicheres und attraktives Fußwegenetz, das wichtige Ziele wie Nahversorgung, Bildungseinrichtungen und Freiräume direkt verbindet?
  • Ist der öffentliche (Straßen-)Raum attraktiv, sicher und fußgängerfreundlich gestaltet, mit Begrünung, Beschattung, barrierefreien Querungen?
  • Sind Durchgänge, Wege und Sackgassen für Zu-Fuß-Gehende geöffnet oder durchgängig nutzbar, um direkte und kurze Wegverbindungen zu ermöglichen?
  • Sind bestehende Fußwegverbindungen langfristig gesichert (zum Beispiel durch Widmung, Grundsicherung oder Eintrag in Planungsinstrumente)?
  • Gibt es ausreichend konsumfreie Aufenthalts- und Verweilmöglichkeiten wie Sitzgelegenheiten, Trinkbrunnen oder schattige Ruheplätze?
  • Besteht ein übersichtliches und einheitliches Leit- bzw. Beschilderungssystem, das wichtige Ziele, Entfernungen und Zeitaufwand klar ausweist?

Nutzen Sie außerdem bestehende kostenfreie Angebote wie Österreich zu Fuß um den Fußverkehr in Ihrer Gemeinde zu stärken. 

© BMK/Stefan Mayerhofer Captif

Radverkehr

Eine ganzheitliche Betrachtung des Radverkehrs auf regionaler Ebene beginnt mit einer Zielnetzplanung. Sie bildet die strategische Grundlage für den schrittweisen Ausbau eines attraktiven, sicheren und durchgängigen Radverkehrsnetzes und hilft dabei, einzelne Infrastrukturmaßnahmen gezielt aufeinander abzustimmen. Dabei sollten sowohl wichtige Alltagsziele als auch ÖV-Haltestellen und Siedlungsgebiete außerhalb des Ortskerns berücksichtigt werden.

Neben der Errichtung eigener Radverkehrsanlagen, wie Radwegen und Radstreifen, kann der Radverkehr auch durch die Verordnung von Fahrradstraßen oder die Verordnung zur Temporeduktion unterstützt werden. Bei niedrigen Geschwindigkeiten, die durch eine entsprechende Geschwindigkeitsbeschränkung und Straßengestaltung erreicht werden, kann der Radverkehr im Mischverkehr geführt werden. Die zu beachtende RVS 03.02.13 (Radverkehr) steht über klimaaktiv mobil kostenfrei zum Download zur Verfügung.

Der Radverkehr lässt sich aber auch ohne straßenbauliche Maßnahmen kostengünstig fördern. So können Radwegverbindungen beispielsweise durch die Öffnung von Einbahnen oder Durchfahrten kostengünstig verbessert werden. Wichtig sind zudem diebstahlsichere und witterungsgeschützte Abstellanlagen an zentralen Punkten des täglichen Lebens wie Wohngebieten, Versorgungseinrichtungen, Bildungseinrichtungen, Gesundheitseinrichtungen oder Freizeitanlagen.

Checkliste

  • Gibt es eine strategische Zielnetzplanung für den Radverkehr, die Haupt- und Nebenrouten definiert und schrittweise umgesetzt wird?
  • Sind Radwege und -routen sicher, komfortabel und durchgängig gestaltet – mit ausreichender Breite, sanften Steigungen und sicheren Querungen?
  • Werden bestehende Straßenräume radfreundlich gestaltet, wie durch Öffnung von Einbahnen/Busspuren, Fahrradstraßen, Begegnungszonen?
  • Ist die Radverkehrsinfrastruktur ganzjährig nutzbar, etwa durch regelmäßige Reinigung, Winterdienst und gute Beleuchtung?
  • Gibt es ausreichend sichere und witterungsgeschützte Abstellanlagen an Wohn-/Bildungs-/Arbeitsstandorten und Mobilitätsschnittstellen?
  • Werden ergänzende Angebote wie Fahrradservicestationen, Leitsysteme, Beschilderungen und Fahrradkarten bereitgestellt?
  • Setzt die Gemeinde auf Bewusstseinsbildung und Motivation durch Kampagnen, Radfahrkursen oder Aktionstagen?

Machen Sie mit bei "Österreich radelt" und schaffen Sie gemeinsam mit anderen Bewusstsein für die Freude und Vorteile, die Radfahren schafft.

© AEA/Olivia Halwachs

Öffentlicher Verkehr

Gut ausgebaute öffentliche Verkehrssysteme lassen sich lokal durch Bedarfsverkehrsysteme oder Mikro-ÖV-Systeme ergänzen und an die örtlichen Gegebenheiten anpassen. Dazu zählen beispielsweise Gemeindebusse, Rufbusse oder Sammeltaxis. Sie ermöglichen es Menschen, selbstständig und ohne eigenes Auto mobil zu sein.

Neben einem interessanten ÖV-Angebot, gilt es auch die Anbindung an die Haltestellen des öffentlichen Verkehrs mitzudenken. Attraktive Geh- und Radwege bis zu den Haltestellen sowie angenehme und sichere Wartemöglichkeiten motivieren mehr Menschen, den letzten Kilometer zwischen Zuhause und ÖV-Haltestelle entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zurückzulegen.

Wesentlich sind auch diebstahlsichere und witterungsgeschützte Abstellmöglichkeiten für Fahrräder aller Art. Im Idealfall ergänzen Schließfächer den Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel. Verleih- und Sharingangebote an Zielbahnhöfen unterstützen zudem eine Bedarfsreduktion an Stellplätzen bei Arbeitgeber:innen und den Bedarf an Transportplätzen für Fahrräder in öffentlichen Verkehrsmitteln.

Checkliste

  • Gibt es eine gute Anbindung an das regionale und überregionale ÖV-Netz, insbesondere an Schienenstrecken und Hauptbuslinien?
  • Sind lokale Bus- und Mikro-ÖV-Angebote zeitlich und räumlich gut auf die Hauptachsen abgestimmt (Taktung, Anschluss, Umsteigemöglichkeiten)?
  • Ist der öffentliche Verkehr Teil eines integrierten Mobilitätskonzepts, das Fuß-, Rad- und Sharing-Angebote systematisch miteinander verknüpft?
  • Verfügt die Gemeinde über sichere und attraktive Wege zu den Haltestellen, inklusive Beleuchtung, Barrierefreiheit und Radabstellanlagen?
  • Gibt es Kooperationen oder Abstimmungen mit Verkehrsverbünden, Nachbargemeinden oder Mobilitätszentralen, um Synergien zu nutzen?
  • Werden begleitende Maßnahmen zur Information und Bewusstseinsbildung umgesetzt (wie Schnuppertickets, Echtzeitinfos, Schulung von Mitarbeitenden)?
© AEA/Andrea Leindl

Sharing

Das Teilen (Sharing) von Fahrzeugen, wie beispielsweise Autos, (Transport-)Rädern oder Scootern, sowie das Teilen von Fahrten selbst verbessert die Umweltbilanz im Mobilitätsbereich und stellt eine effizientere Verwendung von Ressourcen sicher. Ein umfangreiches Angebot kann eine gute Alternative zu unvermeidbaren Autofahrten oder unerwarteten Ausfällen im öffentlichen Verkehr sein. Durch gemeinsam genutzte Fahrzeuge reduziert sich auch der (öffentliche) Platzbedarf, denn weniger Autos benötigen weniger Stellplätze. Somit können der Flächenverbrauch und die Bodenversiegelung verringert werden. 

Ein Fahrradverleih am Bahnhof reduziert die benötigten Stellplätze bei Arbeitgeber:innen und macht die Mitnahme von Fahrrädern im öffentlichen Verkehr (ÖV) überflüssig. Für den Transport von Kindern, Einkäufen, Möbeln, Musikinstrumenten oder ähnlichen Gegenständen sind auf vielen Strecken E-Transporträder das ideale Verkehrsmittel. Damit Bürger:innen dies ausprobieren können, eignet sich die Anschaffung eines E-Transportrads, das allen zur Verfügung steht. Wie im Projekt „Klimaentlaster” erprobt, lässt sich das Ausleihen über Webplattformen und Verleihboxen vereinfachen. Sogenannte „Radlgeber:innen” übernehmen den Verleih und die Wartung und nutzen das E-Transportrad dafür kostenlos. Weitere Erfahrungen, Tipps und Hilfsmittel finden Sie beiKlimaentlaster 

Checkliste

  • Gibt es in der Gemeinde (E-)Autos, (Transport-)Räder oder ähnliche Fahrzeuge zum Ausborgen bzw. Teilen?
  • Sind die Sharing-Angebote gut mit dem öffentlichen Verkehr verknüpft und für alle gut erreichbar?
  • Stehen geeignete Standorte und, falls erforderlich, Ladeinfrastruktur für Sharing-Angebote zur Verfügung?
  • Kann der gemeindeeigene Fuhrpark außerhalb der Dienstzeiten von Bürger:innen genutzt werden?
  • Gibt es Mitfahrbörsen, Mitfahrbankerl oder ähnliche Angebote zum gemeinsamen Fahren?
© AEA/Olivia Halwachs

Motorisierter Individualverkehr

Das Parkraumangebot vor Ort hat großen Einfluss auf die Verkehrsmittelwahl. Erst wenn der Stellplatz für das (eigene) motorisierte Fahrzeug gleich weit weg ist wie die nächste ÖV-Haltestelle, sind die  Voraussetzungen für eine wirklich faire Verkehrsmittelwahl gegeben. Ein effektives Parkraummanagement ermöglicht eine gerechtere Aufteilung des öffentlichen Raums zugunsten des Zu-Fuß-Gehens und Radfahrens und erlaubt eine qualitätsvolle Gestaltung des Straßenraums. Sammelgaragen und Parkraumbewirtschaftung (z. B. flächendeckende Kurzparkzonen) tragen zu einer Umverteilung der Flächenbeanspruchung bei und können eine Einnahmequelle für die Gemeindekasse darstellen.

Auch verkehrsberuhigende Maßnahmen wie Geschwindigkeitsbeschränkungen oder Zonenbeschränkungen dienen der Attraktivierung aktiver und klimafreundlicher Mobilitätsformen für alle Altersgruppen. 

Checkliste

  • Gibt es Maßnahmen zur Reduktion des ruhenden Verkehrs (beispielsweise Sammelgaragen, Kurzparkzonen)?
  • Werden freiwerdende Flächen für Aufenthalts- und Grünräume genutzt?
  • Gilt innerorts eine Regelgeschwindigkeit von max. 30 km/h?
  • Sind ÖV-Haltestellen gleich gut erreichbar wie Pkw-Stellplätze?
  • Gibt es sichere Schulwege oder Schulstraßen?

Bewusstseinsbildung

Die Bevölkerung ist idealearweiße in allen Maßnahmen zur Mobilitätswende eingebunden: von der Planung, über Umsetzung, bis zur Evaluierung. Bedenken Sie, dass Änderungen im Mobilitätsverhalten im Kopf beginnen und Zeit benötigen. Nutzen Sie daher jede Möglichkeit, um ihre Angebote zu kommunizieren. 

Öffentlichkeitsarbeit und Bewusstseinsbildung für aktive Mobilität lassen sich ganz einfach in bereits geplante Veranstaltungen oder vorhandene Kommunikationskanäle integrieren. Richten Sie beim nächsten Dorffest einen Infostand ein, an dem Informationen zur aktiven Mobilität in Ihrer Gemeinde auf niederschwellige Weise zugänglich sind, und stellen Sie beispielsweise das Transportrad-Sharing vor. Sie können auch einen Erfahrungsbericht zu den neuen Radabstellanlagen für die Gemeindezeitung schreiben oder neue Mobilitätsangebote auf der Gemeindehomepage bewerben.

Viele Menschen unterschätzen, wie viele Ziele sie in 15 Minuten zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichen können. Eine einfache Maßnahme zur Bewusstseinsbildung ist daher die Erstellung von Geh- und Radzeitkarten. Diese Karten zeigen die kürzesten Wege für den Rad- und Fußverkehr sowie die dafür benötigte Zeit. In Kombination mit einer guten Beschilderung und Wegweisung an neuralgischen Punkten motivieren diese Karten dazu, sich aktiv fortzubewegen. Das Informationsangebot kann beispielsweise in Willkommensmappen für neu zugezogene Bürgerinnen und Bürger Ihrer Gemeinde enthalten sein – idealerweise zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Mobilitätsgewohnheiten noch nicht gefestigt haben. Zudem können die Karten am Gemeindeamt, an Haltestellen des öffentlichen Verkehrs und an weiteren gut frequentierten Orten digital oder analog ausgestellt werden.

Nutzen Sie zudem vorhandene Ressourcen, wie die Initiativen und Kampagnen Österreich zu Fuß, Österreich radelt oder die Europäische Mobilitätswoche! Diese stellen kostenlos Materialien (als Download) zur Verfügung und laden zum Mitmachen und Nachahmen ein! 

Checkliste

  • Werden Bürger:innen von der Planung bis zur Umsetzung und Evaluierung aktiv beteiligt?
  • Werden Gemeindemedien (Website, Zeitung, Social Media) regelmäßig für Mobilitätsthemen genutzt?
  • Sind Gemeindemitarbeiter:innen und Führungskräfte in nachhaltiger Mobilität geschult und als Vorbilder aktiv?
  • Sind alle nachhaltigen Mobilitätsangebote leicht auffindbar und unter einer gemeinsamen Marke erkennbar?
  • Nimmt die Gemeinde an Programmen wie „Österreich radelt“, „Österreich geht“ oder der „Europäischen Mobilitätswoche“ teil?
  • Gibt es Kooperationen mit anderen (energieeffizienten (e5)) Gemeinden, dem Land, Städte-/Gemeindebund, regionalen (Tourismus-) Verbänden, Klima- und Energie-Modellregionen (KEM) oder Klimawandel-Anpassungs-modellregionen (KLAR!)?
© Martin Dörsch
Europäische Mobilitätswoche 2025: Sternradeln durch Linz

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Gruppenfoto © www.gimpel.at

Projektpartnerschaft

Der Weg zur klimaaktiv mobil Projektpartnerschaft: mit fachlicher Unterstützung, klaren Plänen und mehr Sichtbarkeit für Ihr Engagement
Illustration: Ein Puzzlebild einer Gemeinde wird zusammengesteckt von 5 verschiedenen Händen © BMIMI / Stefanie Hilgarth - Die Botschaft der Illustration

Beratungsangebote für Städte, Gemeinden und Regionen

klimaaktiv mobil unterstützt Städte, Gemeinden und Regionen bei der Entwicklung und Umsetzung klimafreundlicher Mobilitätslösungen
Eine Familie - ein Vater, eine Mutter und ein Volksschulkind - gehen auf einem gepflasterten Gehweg entlang. Links und rechts ist der Weg begrünt. © BMK/Captif Stefan Mayerhofer

Österreich zu Fuß

Die österreichweite Initiative für den Fußverkehr: Nutzen Sie kostenfreie Vorlagen & Anleitungen
Promeandenring St. Pölten mit Passantin auf gepflastertem Weg, Radabstellanlagen links, Begrünung auf allen Seiten © AEA/Olivia Halwachs

Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung im Überblick

Verschaffen Sie sich einen Überblick über Ihre Möglichkeiten. Von der Fußgängerzone, über die Wohnstraße bis zur Fahrradstraße oder Tempo 30.