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Elektroautos in der Mobilitätswende

Elektromobilität ist ein wesentlicher Baustein der Mobilitätswende. Dort, wo das Vermeiden von Verkehr oder die Verlagerung auf Bahn-, Rad- und Fußverkehr nicht mehr möglich ist, kommen verbesserte Technologien wie die E-Mobilität zum Einsatz. 

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Das sollten Sie wissen

Statistik

In Österreich werden pro Tag durchschnittlich 33 km mit dem Auto zurückgelegt, 99 Prozent aller Autofahrten sind kürzer als 150 km.

Reichweite

Die Reichweite eines aktuellen Elektroautos beträgt je nach Fahrzeugmodell, Fahrstrecke und Fahrverhalten etwa 450 km und mehr.

Ladepunkte

Ende 2025 standen österreichweit bereits mehr als 36.000 öffentliche Ladepunkte zur Verfügung.

Lebensdauer

Die in heutigen Elektroautos eingesetzten Batterien sind für eine Lebensdauer von 15 Jahren und eine Fahrleistung von circa 240.000 km ausgelegt.

Die Rolle des Elektroautos in der Mobilitätswende

Die vermehrte Nutzung von Elektroautos leistet einen wichtigen Beitrag zur Reduzierung der CO2-Emissionen und ist Teil eines ganzheitlichen Umdenkens im Verkehrsbereich. Grundlage der Mobilitätswende ist eine neue, multimodale Mobilität, die den Anforderungen des Klimaschutzes und der Gesellschaft gerecht wird. Österreich verfolgt hier die Strategie „Vermeiden – Verlagern – Verbessern“ in dieser Reihenfolge:

Vermeiden von nicht unbedingt notwendigem Verkehr, unter anderem durch eine verkehrssparende Raumordnung, die Förderung von Homeoffice sowie effiziente Routenplanung und Vermeidung von Leerfahrten im Güterverkehr.

Verlagern auf andere Mobilitätsformen wie öffentliche Verkehrsmittel, Radfahren und Zu-Fuß-Gehen.

Verbessern der eingesetzten Technologien mit dem Ziel einer Verlagerung auf alternative Kraftstoffe und Strom aus erneuerbaren Energiequellen sowie einer spritsparenden Fahrweise (EcoDriving).

Die Ökobilanz des Elektroautos

Elektromotoren sind lokal abgasfrei und verursachen kaum Lärm. Feinstaubemissionen entstehen beispielsweise nur noch in dem Ausmaß, das auf Reifen- und Bremsabrieb oder Aufwirbelung der Straße zurückzuführen ist. Auch unter Berücksichtigung des gesamten Lebenszyklus eines Fahrzeugs – von der Herstellung, über die Stromerzeugung bis zur Entsorgung von Fahrzeug und Akkus – verursachen Elektroautos deutlich geringere Treibhausgasemissionen als Fahrzeuge, die mit Benzin oder Diesel betrieben werden. Eine völlig emissionsfreie Mobilität kann jedoch auch mit Elektroautos nicht erreicht werden, da dabei auch die vor- und nachgelagerten Bereiche wie Produktion und Entsorgung berücksichtigt werden müssen. 

Bei der Produktion von Elektrofahrzeugen sind vor allem der Rohstoffabbau und die Herstellung der Material- und Zellfertigung der Akkus zu berücksichtigen. Dadurch entstehen bei der Herstellung von Elektrofahrzeugen höhere Treibhausgasemissionen als bei diesel- und benzinbetriebenen Pkw. Elektrofahrzeuge, die zu 100 Prozent mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben werden, gleichen diese höheren Emissionen bereits nach circa 35.000 km aus, bei einem durchschnittlichen österreichischen Strommix nach etwa 45.000 km. Werden die Fahrzeuge ausschließlich mit Strom aus erneuerbaren Energien betrieben, können die Emissionen von Elektroautos sogar um bis zu 79 Prozent reduziert werden. Werden beim Abbau der notwendigen Rohstoffe Nachhaltigkeit und soziale Verträglichkeit angestrebt und der Ressourceneinsatz reduziert, kann durch Reparierbarkeit und eine längere Nutzungsdauer der Batterien der ökologische Fußabdruck weiter reduziert werden.

Einen weiteren Beitrag zur Emissionsreduktion leisten Verhaltensveränderungen, etwa bei der Anwendung von Sharing Konzepten. Durch die geteilte Nutzung (nicht nur) von Elektroautos ergibt sich eine effizientere Nutzung der Fahrzeuge sowie eine Reduktion des Platzbedarfs für Verkehr und Parken. Im Sinne einer nachhaltigen Nutzung ist zudem auf die richtige Wahl bei dem Fahrzeug und Akkugröße zu achten. 

Gut zu wissen: Bei der Entsorgung gilt es die Verwertungsquote der Rohstoffe zu erhöhen. In Österreich müssen seit 2015 mindestens 95 Prozent des Gewichts eines Altfahrzeugs verwertet werden und mindestens 85 Prozent stofflich verwertet oder wiederverwendet werden. Die EU hat zudem mit der Batterien-Verordnung von 2023 Recyclingeffizienzvorgaben und Vorgaben an die Materialrückgewinnung festgelegt. So ist beispielsweise mit Ende 2025 eine Minimumeffizienz der Recyclingprozesse von lithiumbasierten Batterien von 65 Prozent zu erreichen, bis 2030 erhöht sich diese auf 70 Prozent.

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Sicherheitsaspekte bei Elektroautos

Elektroautos weisen hinsichtlich Verkehrssicherheit, Fahrsicherheit und Brandsicherheit keine höheren Sicherheitsrisiken auf als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Beim Umstieg auf Elektrofahrzeuge gibt es also nur wenige Unterschiede zu Fahrzeugen mit Verbrennungsmotoren. 

E‑Autos fahren deutlich leiser und sorgen so für mehr Ruhe im Straßenverkehr. Gleichzeitig sind sie seit 2021 bei niedrigen Geschwindigkeiten mithilfe von künstlichen Warngeräuschen, die über Soundgeneratoren erzeugt werden, gut hörbar. Dies dient der Unfallvermeidung mit Fußgänger:innen oder Radfahrer:innen, die Elektrofahrzeuge aufgrund ihrer (ungewohnt) leisen Fahrweise später oder schwieriger wahrnehmen können als andere Fahrzeuge. 

E-Pkws beschleunigen schneller als Pkws mit Verbrennungsmotoren, da bereits beim Anfahren durch ein hohes Drehmoment verfügbar ist. Die Umstellung in der gebotenen Fahrweise erfolgt jedoch rasch, sodass kein wesentliches Sicherheitsrisiko davon ausgeht. 

Auch die Brandsicherheit unterscheidet sich nur geringfügig von der von Pkws mit Verbrennungsmotoren. Die Batterien geraten erst nach längerer Überhitzung oder starker mechanischer Schädigung selbst in Brand. Im Falle eines Unfalls werden die Leitungen und stromverbrauchenden Bestandteile sofort spannungsfrei. Wichtig ist, dass die Einsatzkräfte bei Unfällen oder Bränden rasch darüber informiert werden, dass es sich um ein Elektrofahrzeug handelt.

Österreich fährt immer öfter elektrisch

Der Anteil der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen steigt stetig. Im Jahr 2023 wurden erstmals mehr E-Wagen als Autos mit Dieselantrieb neu zugelassen. Die Zahl neu zugelassener E-Pkw stieg im Jahr 2025 auf 60.651, was einem Zuwachs von 35,9% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Benzin-Hybrid-Pkw verzeichnen ein Plus von 45,7%, während die Zahl neu zugelassener Benzin-Pkw um 5,4% schrumpft. Bei Diesel-Pkw beträgt der Rückgang 25,2% im Vergleich zu 2024. Der Anteil der Privatpersonen, die 2025 E-Pkw neu zugelassen haben, beträgt 29,6%. Die Mobilitätswende ist bereits in vollem Gange. 

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