© komobile

Verkehrsberuhigung in den Zentren von Städten und Gemeinden

Verkehrsberuhigung im Ortsgebiet von Städten und Gemeinden ist ein wesentlicher Beitrag zur Erhöhung der Verkehrssicherheit. Gleichzeitig werden Aktive Mobilität und Lebensqualität gefördert und öffentliche Räume zu Gunsten der Radfahrenden und Zu-Fuß-Gehenden umverteilt. Doch welche Maßnahmen sind dafür geeignet? Dieser Artikel gibt einen Überblick zu verschiedenen Umsetzungsmöglichkeiten.

© komobile

Verkehrsberuhigung - ein viel diskutiertes Thema in Städten und Gemeinden

Wer wünscht sich nicht ein Orts- oder Stadtzentrum mit hoher Aufenthaltsqualität und großer Nutzungsvielfalt? Dabei können mit verschiedenen verkehrsberuhigenden Maßnahmen unterschiedliche Wirkungen angestrebt werden. Neben der Steigerung der Aufenthaltsqualität werden durch verkehrsberuhigende Maßnahmen auch klimaschädliche Emissionen reduziert und Unfallwahrscheinlichkeiten und -folgen verringert. Generell ist zu beachten, welche Funktionen die Straßen im Ortszentrum haben und welche Rahmenbedingungen und Aspekte bei der Umsetzung von Maßnahmen gegeben sein müssen und zu berücksichtigen sind.

Verkehrsberuhigende Maßnahmen

Verkehrsberuhigende Maßnahmen zielen meist auf die Reduktion der Geschwindigkeit des motorisierten Individualverkehrs oder auf die Erhöhung der Sicherheit und des Komforts für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen ab. In den meisten Fällen wird eine Verkehrsberuhigung durch eine Kombination von Maßnahmen erreicht:

Straßenpolizeiliche Maßnahmen

Straßenpolizeiliche Maßnahmen sind oft kostengünstig und rasch umsetzbar. Sie bieten schnelle Verbesserungen für den Rad- und Fußverkehr und sind ein effektives Mittel zur Verkehrsberuhigung.

Typische Maßnahmen:

  • Geschwindigkeitsbeschränkungen
  • Zonenbeschränkungen: Tempo 30-Zone, Begegnungszone, Fußgängerzone
  • Vorrangregelungen
  • Fahrverbote
  • Straßenpolizeiliche Verordnungen wie Fahrradstraßen oder Schulstraßen
  • Überwachung

Gut zu wissen: In diesem Bereich sind manchmal zusätzlich bauliche Maßnahmen erforderlich um eine Geschwindigkeitsreduktion zu erreichen oder zumindest die Einhaltung der Verordnung bzw. Verbote zu kontrollieren. Einfache Poller oder Diagonalsperren sind oftmals schon ausreichend (Stichwort: Modalfilter).

© AEA/Olivia Halwachs

Bauliche Maßnahmen

Langfristige Verkehrsberuhigung erfordert bauliche Eingriffe in die Infrastruktur. Diese Maßnahmen gestalten den Straßenraum neu und fördern eine sichere, attraktive Umgebung für alle Verkehrsteilnehmer:innen.

Typische Maßnahmen:

  • Gehsteigvorziehung und -verbreiterung
  • Physische Barrieren wie Engstellen, Sperren und Schleusen, Fahrgassenversatz oder Fahrbahnteiler und Mittelinseln, neue Querschnittaufteilungen oder Fahrbahnanhebung
  • Querungen und Querungshilfen
  • Gestaltungselemente, wie Straßenmöblierung, Grünflächen oder Oberflächengestaltung
  • Verkehrslichtsignalanlagen (VLSA)
© AEA/Olivia Halwachs

Begleitende Maßnahmen

Ergänzende Maßnahmen erhöhen die Akzeptanz und Wirksamkeit verkehrsberuhigender Strategien. Sie sensibilisieren die Bevölkerung und stärken ein nachhaltiges Mobilitätsverhalten.

Typische Maßnahmen:

  • Mobile Geschwindigkeitsanzeigen erinnern an die Geschwindigkeitsbeschränkung bzw. dienen als soziale (Selbst-)Kontrolle
  • Sondermarkierungen machen zusätzlich auf die Temporeduktion aufmerksam
  • Kontinuierliche Öffentlichkeitsarbeit und Information in den (Gemeinde-)Medien, unterstützt die Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung zusätzlich

Gut zu wissen: Die Bundesländer Vorarlberg und Burgenland haben 2023 und 2024 jeweils einen Leitfaden für verkehrsberuhigende Maßnahmen herausgegeben. Der Vorarlberger Leitfaden konzentriert sich auf Maßnahmen an Landesstraßen in Ortszentren und geht näher auf Begegnungszonen und Geschwindigkeitsbeschränkungen sowie deren Kriterien zur Anwendung ein. Der Leitfaden des Landes Burgenland beleuchtet verschiedene Aspekte von baulichen, straßenpolizeilichen und flankierenden Maßnahmen im Hinblick auf Einsatzmöglichkeiten, Wirkung, Vorgehensweise, Zuständigkeiten und Kosten.

© AEA/AndreaLeindl

Für Fragen zur Umsetzung verkehrsberuhigender Maßnahmen, zur Förderung aktiver Mobilität oder zum Mobilitätsmanagement steht Ihnen das Beratungsteam von klimaaktiv mobil gerne zur Verfügung.

Erfahren Sie mehr

Tempo 30 Zonen Schild, dahinter Grün und Häuserfassade © AEA/Olivia Halwachs

Tempo 30

Tempo 30 erhöht die Sicherheit, senkt Lärm und Emissionen und fördert die Aktive Mobilität. Gemeinden können Geschwindigkeitsreduktionen in ihrem Wirkungsbereich beschließen.
Drei Kinder mit Rucksack am Schulweg © klimaaktiv mobil/Philipp Grausam

Schulstraße

Rechtlicher Rahmen und Schritte zum sicheren Schulumfeld
Kleines Modell einer Ortschaft © iStock.com/scanrail

15-Minuten-Stadt

Alle wichtigen Einrichtungen des täglichen Bedarfs fußläufig erreichbar
zwei junge Männer stehen vor einem Geschäft und schauen in die Auslage © istock.com/SolStock

Wirtschaft und Fußverkehr

Fußverkehr ist der Schlüssel zur Attraktivität von Innenstädten – er sorgt für Frequenz, Umsatz und lebendige Orte.