Aktive Mobilität beim Verkehrssicherheitspreis AQUILA ausgezeichnet
Der Verkehrssicherheitspreis AQUILA zeichnet Projekte aus, die zur Verbesserung der österreichischen Verkehrssicherheit beitragen. Der Preis wird vom Kuratorium für Verkehrssicherheit, Gemeindebund und Städtebund übergeben wurde. Einige Initiativen für Aktive Mobilität stechen 2025 besonders hervor.
Sicheres Verkehrssystem für alle
Im Jahr 2024 kamen 351 Menschen im Straßenverkehr ums Leben, darunter 48 Fußgänger:innen und 32 Radfahrer:innen (Statistik Austria 2025). Diese Zahlen stehen im deutlichen Widerspruch zur Überzeugung, dass Todesfälle und Schwerverletzte im Straßenverkehr nicht akzeptabel sind (Österreichische Verkehrssicherheitsstrategie 2021-2030). Um dieses Ziel zu erreichen, braucht es ein sicheres Verkehrssystem mit wirksamen Maßnahmen, das kleine Fehler auffängt und verhindert, dass sie zu schweren Unfällen führen.
Um besonderes Engagement für mehr Verkehrssicherheit vor den Vorhang zu holen, wurde der Österreichische Verkehrssicherheitspreis AQUILA 2025 vom Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV), dem Österreichischen Gemeindebund sowie dem Österreichischen Städtebund übergeben. Unter dem Leitmotiv „Perspektivenwechsel“ wurden Projekte ausgezeichnet, die sich insbesondere für die Verkehrssicherheit von jungen Verkehrsteilnehmenden einsetzen.
Gut zu wissen: Die WHO empfiehlt Kindern und Jugendlichen mindestens eine Stunde Bewegung pro Tag. Wird der Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt, ist ein großer Teil davon schon abgedeckt.
Sicher mit dem Rad zur Schule in Bad Vöslau, Hernals und Wels
Der erste SchulRadBus Niederösterreichs in Bad Vöslau gewann den Verkehrssicherheitspreis in der Kategorie „Kindergarten und Volksschule“. Ziel ist, das Elterntaxi zu minimieren und Kindern mehr Bewegung zu ermöglichen. Volksschulkinder fahren gemeinsam mit einem „Bus“ aus Fahrrädern auf mehreren Routen in die Schule. Geschulte Begleitpersonen sorgen dabei für Sicherheit. Gemeinsam mit der Stadtverwaltung wurden im Vorfeld potenzielle Gefahrenstellen entschärft.
Den zweiten Platz erhielt der Bicibus Hernals der Volksschule Kindermanngasse in Wien. Auch hier fahren Kinder gemeinsam mit dem Rad in die Schule. Sie werden dabei von Eltern begleitet und können an festgelegten Stationen zusteigen. Bis zu 60 Kinder und Eltern sind täglich gemeinsam bei jedem Wetter unterwegs. Der Bicibus fördert nicht nur die Selbstständigkeit der Kinder, sondern stärkt auch das Bewusstsein im Grätzel, dass Kinder Teil des Straßenraums sind und ein Recht haben, sicher Radfahren zu können.
Das BRG Wels Wallererstraße engagiert sich schon seit 2020 für einen sicheren und aktiven Schulweg und gewann dafür den zweiten Platz in der Kategorie „Mittelschulen und höhere Schulen“. Die Schule will das Rad als Fortbewegungsmittel für Schüler:innen festigen und dadurch den Bau einer kindgerechten Radinfrastruktur vorantreiben. Dafür gründete die Schule das Meet&Bike Netzwerk, an dem bereits zehn Schulen mitwirken. Durch gemeinsame Radfahrten und einer Petition wird zusätzliche Aufmerksamkeit für das Thema erzeugt.
Verkehrsberuhigung und Innovation in Graz, Wörgl und NÖ
Eine durchdachte Verkehrsplanung kann einen großen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit leisten, das erkannte die Stadt Graz schon 1990 und führte Tempo 30 als Regel-Geschwindigkeit ein. Tempo 50 wurde zur Ausnahme. Auch heute setzt Graz wieder neue Maßstäbe: Mit einem Grundsatzbeschluss zu sogenannten Schulstraßen sollen künftig bis zu drei neue Schulstraßen jährlich eröffnet und so sichere Schulwege ermöglichen. Dafür erhielt die Stadt den ersten Preis der Kategorie „Gemeinden und Städte“.
Ebenfalls mit einem ersten Platz ausgezeichnet wurde Wörgl für den Umbau der Bahnhofstraße in eine Begegnungszone. Auf einer Länge von 200 Metern wurde der Platz neu verteilt und ist nun größtenteils für den Fuß- und Radverkehr reserviert. Dadurch ist der Pkw-Verkehr deutlich gesunken und sicheres Gehen und Radfahren ist nun für alle möglich. Außerdem wurde mit neuen Bäumen, Wasserspielen und Fahrradabstellplätzen eine hohe Aufenthaltsqualität geschaffen, von der auch die Cafés und Gasthäuser der Straße profitieren.
Mit einem innovativen Ansatz unterstützt die Radland GmbH niederösterreichische Gemeinden dabei, die Sicherheit von Kindern im Verkehr mehr zu berücksichtigen. Das Periskop „K!SA“ ist ein Sehrohr, in dem zwei Spiegel so angeordnet sind, dass Erwachsene die Perspektive von Kindern einnehmen können. So entsteht ein besseres Verständnis für die Bedürfnisse von Kindern, das besonders bei der Planung von Verkehrsinfrastruktur wichtig ist. Diese Idee wurde mit dem ersten Platz in der Kategorie „Unternehmen“ ausgezeichnet.