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Schulcheck in Kärnten: Kinder wollen mit dem Fahrrad in die Schule kommen

Wie fahrradtauglich sind Kärntens Schulen? Der Schulcheck 2025 zeigt, wo Schulen, Gemeinden und Städte die Voraussetzungen für sichere und selbstständige Mobilität verbessern können. Das fördert die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen, entlastet die Eltern und verbessert die Lebensqualität vor Ort. 

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Fahrradtauglichkeit von Kärntner Schulen unter die Lupe genommen

Mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren, stärkt die Gesundheit, die Selbstständigkeit und die Verkehrskompetenz. Gleichzeitig entlastet es das lokale Verkehrsaufkommen rund um Schulstandorte, wodurch sich die Verkehrssicherheit vor Ort erhöht. Der „Schulcheck 2025” der Radlobby Kärnten und des Klimabündnis Kärnten liefert erstmals eine systematische Datengrundlage zur Fahrradtauglichkeit von 101 Schulstandorten ab der 5. Schulstufe in Kärnten.

Das Ziel bestand darin, belastbare Daten zur Qualität von Radabstellanlagen und zur Erreichbarkeit der Schulen mit dem Fahrrad zu erheben. Die Ergebnisse bieten Gemeinden, Schulen und politischen Entscheidungsträger:innen eine fundierte Grundlage. Sie zeigen auf, wo Maßnahmen erforderlich sind, um sichere und attraktive Bedingungen für den Radverkehr im Schulumfeld zu schaffen.

Der Schulcheck wurde 2026 vom VCÖ als vorbildhaftes Projekt ausgezeichnet: VCÖ-Mobilitätspreis Kärnten

Methodik

Bewertung der Fahrradabstellanlagen:

  • Anzahl der Abstellplätze: Ein Abstellplatz pro fünf Schüler:innen (Basis RVS)
  • Qualität der Fahrradständer
  • Witterungsschutz
  • Diebstahlschutz
  • Auffindbarkeit am Schulstandort

Bewertung der Erreichbarkeit:

Die Schulwege der wichtigsten Wohngebiete im Umkreis von bis zu fünf Kilometern wurden analysiert.

  • Anteil sicherer Radinfrastruktur wie Radwege, Fahrradstraßen und verkehrsberuhigte Bereiche
  • Gefahrenstellen wie Kreuzungen, parkende Autos
  • Beleuchtung entlang der Route
  • Notwendige Umwege

Handlungsbedarf bei Fahrradabstellanlagen

Der Schulcheck zeigt deutlichen Handlungsbedarf bei den Fahrradabstellanlagen: Rund zwei Drittel der untersuchten Schulen verfügen derzeit über weniger Radabstellplätze, als die empfohlenen Richtwerte vorsehen. Zudem entsprechen viele der vorhandenen Anlagen nur teilweise den heutigen Qualitätsstandards. Statt sogenannter „Felgenkiller“ werden Anlehnbügel empfohlen, die ein komfortables Abstellen und sicheres Absperren der Fahrräder ermöglichen. Mehr als die Hälfte der Abstellanlagen bietet zudem keinen Witterungsschutz.

Positiv hervorzuheben ist, dass die meisten Anlagen in unmittelbarer Nähe der Schuleingänge liegen und vom Straßenraum aus ohne Absteigen erreichbar sind. Damit sind bereits gute Voraussetzungen für schnelle Verbesserungen gegeben.

Lesen Sie mehr zur Errichtung von Radabstellanlagen

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Die Ergebnisse zur Erreichbarkeit der Schulen mit dem Fahrrad zeigten große Unterschiede zwischen städtischen und ländlichen Regionen. Zwar sind die Radwege in den Städten wie Villach und Klagenfurt besser ausgebaut, doch der dichte Verkehr birgt Gefahren für Kinder. Im ländlichen Raum fehlen oft sichere Radverbindungen. Hier besteht also großes Potenzial, die Erreichbarkeit der Schulen durch einen gezielten Ausbau des Radnetzes zu verbessern. Somit stehen Stadt und Land vor unterschiedlichen Herausforderungen. Die Ergebnisse der einzelnen Schulstandorte können über das Dashboard der Radlobby abgerufen werden: Schulcheck Einzelwertungen

Informieren Sie sich über kosteneffiziente Maßnahmen für Städte und Gemeinden.

Kinder und Jugendliche wünschen sich einen aktiven Schulweg

Ergänzend zum Schulcheck führte das Klimabündnis Kärnten an zehn ausgewählten Schulen eine Befragung der Schülerinnen und Schüler durch. Was wollen die Schüler:innen wirklich? Der Großteil der Befragten gab an, den Schulweg gerne mit dem Fahrrad oder E-Scooter zurücklegen zu wollen. Häufig wählen Familien dennoch das Auto. Neben längeren Wegstrecken nennen die Schüler:innen vor allem Sicherheitsbedenken der Eltern als Gründe und Hindernisse. 

Eine wirkungsvolle Maßnahme für mehr Sicherheit und Platz vor der Schule ist die Einführung einer Schulstraße. Gemeinden können diese zeitlich beschränkte Verkehrsberuhigung auf Gemeindestraßen selbst verordnen. Lesen Sie hier mehr zur Schulstraße
 

Die eigene Schule checken und kinderfreundliche Mobilität ermöglichen

Gerade für Kinder und Jugendliche eröffnet eine sichere Radinfrastruktur mehr selbstständige Mobilität. Sie erleichtert die Teilhabe am schulischen und sozialen Leben und ermöglicht so mehr Chancengerechtigkeit. Legen Kinder und Jugendliche den Schulweg mit dem Fahrrad zurück, kann die für ein gesundes Aufwachsen Bewegungsempfehlungen leichter erreicht werden. Im Aktionsplan Radfahren für Kinder des Bundes ist Radfahren daher auch als Zukunftskompetenz verankert: Aktionsplan Radfahren für Kinder

Wie kinderfreundlich ist Ihr Schulumfeld? Wie ist das Mobilitätsverhalten der Kinder an Ihrer Schule? Hier finden Sie Informationen, wie Sie gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen das Umfeld von Bildungseinrichtungen analysieren oder ihr Mobilitätsverhalten erheben können: Mobil an Schulen und Kindergärten

hohe Fahrradständer und verschiedene Fahrräder, die daran hängen. Eins der circa 10 Räder hat einen Kindersitz drauf. Der Radständer ist entlang einer orangenen Gebäudewand aufgestellt. © Luiza Puiu

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