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Umfeldanalyse für Bildungseinrichtungen

Ein kinderfreundliches Umfeld vor Schulen und Kindergärten schafft Sicherheit und fördert die eigenständige Mobilität. Was ein verkehrsberuhigtes Umfeld ausmacht und wie sie mit den Kindern und Jugendlichen das Umfeld analysieren können, erfahren Sie hier.

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Das Umfeld der Bildungseinrichtung kinderfreundlich gestalten

Bei einem kinderfreundlichen Umfeld steht die Verkehrssicherheit an erster Stelle. Ein gutes Umfeld erfüllt aber auch noch weitere Funktionen: Es fördert die mobile Eigenständigkeit und wird dem Bewegungsdrang der Kinder gerecht und entlastet dadurch auch die Erziehungsberechtigten. Zudem muss bei der Umfeldqualität auch Rücksicht auf die Anrainer:innen genommen werden.

Durch die Umfeldanalyse kommen Sie mit vielen verschiedenen Menschengruppen in Berührung, mit denen Sie langfristig zusammenarbeiten sollten: Gemeindevertreter:innen, Kinder und Erziehungsberechtigte, Nachbarn und andere betroffene Personen.

Gut zu wissen: Die Richtlinien und Vorschriften für das Straßenwesen (RVS) zur Gestaltung des Schulumfelds definiert die Größe des Schulumfeldes als „öffentliche Flächen im Umkreis von ca. 250 m (mindestens jedoch 60 m) zum Schuleingang […], wenn diese für Schulwege von Relevanz sind.“

Machen Sie den Check mit Schüler:innen

Führen Sie die Schulumfeld-Analyse gemeinsam mit den Kindern durch. Sie können Ihre Wünsche mit etwas Hilfe meist sehr gut formulieren und haben so auch die Möglichkeit, ihre analytischen Fähigkeiten zu schärfen.

Bereiten Sie dazu Materialien vor:

  • Umgebungsplan der Schule (gedruckt)

  • Papier, Klebepunkte, Maßband, Klemmbretter und Stifte

In der Volksschule und Unterstufe können Sie mit Kindern die Lieblingsplätze und Gefahrenplätze identifizieren und erkunden. Gehen Sie mit Ihnen hinaus zu den betreffenden Stellen, messen sie beispielsweise Gehsteigbreiten nach und arbeiten Sie mit ihnen an Lösungsvorschlägen mithilfe von kleinen Texten, Bildern und Fotocollagen.

In der Oberstufe eignen sich konkrete Beobachtungsaufgaben und anschließende Diskussionen sowie eine Begehung. Lösungsvorschläge werden in Essays oder kreativen Ideen aufbereitet.

Ideen zur Umsetzung im Unterricht finden Sie im Factsheet Schulumfeld-Analyse

Gut zu wissen: In Elementarbildungseinrichtungen empfiehlt es sich auch die Eltern bei der Umfeldanalyse einzubeziehen. Lassen Sie betreffende Stellen auf einem Plan kennzeichnen und arbeiten Sie gemeinsam Lösungsvorschläge aus. 

Checkliste Umfeld-Analyse

Bei einer Analyse des Umfelds einer Bildungseinrichtung wird die Mobilitätssituation rund um den Kindergarten oder die Schule erfasst und bewertet. Dabei werden die Bedingungen in der direkten Verkehrsumgebung im Straßenraum untersucht, beispielsweise die Qualität von Geh- und Radwegen, sichere Straßenquerungen oder das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel.

Der Großteil der Schüler:innen kommt in der Regel zu Fuß zur Schule. Bedenken Sie also, dass langsame Geschwindigkeiten dafür besonders wichtig sind.

  • Sind die Gehsteige breit genug, sodass zwei Personen einander passieren können?

  • Gibt es eine stark befahrene Straße ohne gesicherten Übergang?

  • Parken Autos am Gehweg?

  • Müssen Schülerinnen und Schüler Umwege gehen, um über die Straße zu kommen?

  • Falls Fußgängerampeln vorhanden sind:

    • Ist die Grünphase lang genug, um die Straße sicher zu überqueren?

    • Wie lange ist die Wartezeit, bis die Ampel auf Grün schaltet?

  • Gibt es stark befahrene Straßen im Schulumfeld?

  • Wie schnell fahren die Autos vor der Schule?

  • Gibt es besonders gefährliche Kreuzungen?

  • Gibt es unübersichtliche Stellen, zum Beispiel weil Autos den Kindern die Sicht versperren?

  • Wo lassen die Eltern die Kinder aussteigen – direkt vor der Schule oder an einer Elternhaltestelle etwas weiter vom Schulgebäude entfernt?

  • Gibt es baulich getrennte Radwege?

  • Sind genügend Plätze vorhanden, um Fahrräder abstellen zu können?

  • Sind die Fahrradabstellplätze überdacht?

  • Ist die Schule ans Radwegenetz angebunden?

  • Verparken Autos die Radwege?

  • Sind genügend Plätze vorhanden, um die Kick-Scooter abstellen zu können?

  • Sind die Kick-Scooter-Abstellplätze überdacht?

  • Gibt es ein Wartehäuschen zum Unterstellen?

  • Befindet sich im Umkreis von 100 m eine Haltestelle?

  • Hängt an der Haltestelle ein Fahrplan aus und ist dieser gut lesbar?

  • Gibt es gute Busverbindungen für die Schüler:innen?

  • Wie oft fährt der Bus?

  • Ist der Bus überfüllt und wenn ja, wann?

  • Weitere Ideen

  • Gibt es genügend Platz zum Spielen und zum Aufenthalt?

  • Gibt es ausreichend Bäume und Sträucher?

  • Gibt es genügend Bänke oder Sitzgelegenheiten?

  • Wie groß ist der Schulparkplatz im Vergleich zur Spielfläche bzw. zum Schulhof?

  • Weitere Ideen

Wie geht es danach weiter?

Die Umfeld-Analyse kann gemeinsam mit einer Mobilitätserhebung ein guter Startpunkt für weitere Maßnahmen sein. Sie haben dadurch wichtige Problemstellen identifiziert und Wünsche der Kinder und Jugendlichen gesammelt. Machen Sie sich einen Überblick über weitere Schritte: Mobilitätsmanagement für Bildungseinrichtungen

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