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Mobilität neu denken: Lösungen für Bildungseinrichtungen

Jeder Weg bietet eine Chance: für Bewegung, Selbstständigkeit und klimafreundliches Verhalten. Kindergärten und Schulen können viel dazu beitragen, dass diese Wege gut gelingen. Mobilitätsmanagement unterstützt sie dabei.

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Wie Kinder den öffentlichen Raum wahrnehmen

Aufgrund ihres kognitiven Entwicklungsstands erleben Kinder den Straßenverkehr völlig anders als Erwachsene. Sie sind auch besonders gefährdet, da sie kleiner sind und dadurch schwerer sichtbar. Ihr räumliches Sehen und Hören ist noch nicht vollständig entwickelt. Sie können Entfernungen, Geräusche und Geschwindigkeiten oft nicht richtig einschätzen. Zudem haben Kinder ein geringeres Risikobewusstsein und bemerken nicht immer, dass andere sie nicht sehen, auch wenn sie selbst alles gut wahrnehmen. Deshalb ist es entscheidend, dass die Infrastruktur so gestaltet wird, dass Kinder und Jugendliche ihre Mobilitätskompetenzen sicher entwickeln können. Der Start eines Mobilitätsmanagements und ein die Erstellung eines Mobilitätskonzepts an der Bildungseinrichtung sind ein guter erster Schritt.
 

Vorteile Aktiver Mobilität

Kinder und Jugendliche, die zu Fuß, mit dem Fahrrad oder Tretroller zur Schule oder in den Kindergarten kommen, genießen viele Vorteile.

Die Bewegung an der frischen Luft… 

  • stärkt das Immunsystem,
  • beugt Haltungsschäden und Übergewicht vor
  • fördert die Konzentration, die Lernfähigkeit
  • unterstützt die Entwicklung motorischer und kognitiver Fähigkeiten
  • fördern die Selbstständigkeit und Verkehrskompetenz

Wenn Kinder unterwegs Kontakte knüpfen und gemeinsame Erfahrungen machen, wächst das soziale Miteinander. So wird der Weg zum Erlebnisraum und macht Spaß.

Gut zu wissen: Als Aktive Mobilität bezeichnet man jede Art der Fortbewegung, die aus eigener Muskelkraft angetrieben wird – zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Tretroller.

Mobilitätsmanagement an Bildungseinrichtungen

Mobilitätsmanagement an Bildungseinrichtungen unterstützt dabei, Wege für Kinder und Jugendliche sicherer, selbstständiger und nachhaltiger zu gestalten. Im Mittelpunkt steht die Förderung aktiver und klimafreundlicher Mobilität sowie die Reduktion des Autoverkehrs rund um Kindergärten und Schulen.

Langfristig schaffen infrastrukturelle Verbesserungen und gezielte Angebote für Schüler:innen ein Umfeld, in dem Kinder ihren Weg in Kindergarten oder Schule aktiv, sicher und selbstständig zurücklegen können. Dazu zählen etwa die alternative Nutzung von Parkflächen, die Umgestaltung des Schulvorplatzes, verkehrsberuhigende Maßnahmen oder gemeinsame Geh- und Radfahrgruppen, die Kinder auf ihrem täglichen Weg unterstützen und den Start in den Tag bereichern.

Bewusstseinsbildende Aktivitäten, wie Elterninformationen, Aktionen oder pädagogische Impulse, bilden dabei einen wichtigen Einstieg oder eine begleitende Ergänzung. Sie unterstützen den Prozess, indem sie Einstellungen und Verhaltensweisen positiv beeinflussen.

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Von der Idee bis zur Umsetzung

In der Praxis haben sich sieben Schritte etabliert, um ein langfristiges Mobilitätsmanagement an Schulen zu etablieren:

Ein Mobilitäts-Team übernimmt die Verantwortung für die Koordination der Umsetzung von Maßnahmen. Idealerweise arbeiten in diesem Team die Leitung der Bildungseinrichtung, Pädagoginnen und Pädagogen, Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Vertreterinnen und Vertreter der Stadt oder Gemeinde gemeinsam.

Der Ist-Zustand des Mobilitätsverhaltens der Pädagoginnen und Pädagogen, Kinder und Jugendlichen sowie Eltern und die Verkehrsumgebung der Bildungseinrichtung wird analysiert. Dazu werden Mobilitätserhebungen und eine Schulumfeld-Analyse genutzt. Im Leitfaden Mobilitätsmanagement finden Sie Vorlagen.

Auf Basis der Ist-Analyse werden klare und realistische Ziele formuliert. Diese schaffen Orientierung für die nächsten Schritte, erleichtern die Auswahl geeigneter Maßnahmen und ermöglichen eine regelmäßige Erfolgskontrolle. So bleibt das Mobilitätsmanagement langfristig planbar und nachvollziehbar.

Aufbauend auf den Zielen und Ergebnissen aus der Analyse werden Maßnahmen zur Bewusstseinsbildung sowie zur Verbesserung der Infrastruktur ausgewählt. Lassen Sie sich von den Ideen inspirieren und nutzen Sie die vorhandenen Angebote auf unserer Website.

Nach der Auswahl der Maßnahmen geht es an die Umsetzung. Beziehen Sie auch hier verschiedene Personengruppen mit ein, vor allem auch die Kinder und Jugendlichen. Für einige Maßnahmen stehen Anleitungen von uns auf der Website bereit.

Nach der Umsetzung der Umsetzungsphase präsentiert und evaluiert das Mobilitätsteam die Ergebnisse. Was lief gut, was könnte verbessert werden, welche Maßnahme wird nicht weiter umgesetzt? Welche Herausforderungen sind im Laufe des Prozesses entstanden, die man beim nächsten Mal vermeiden oder früher abfangen kann?

Tipp: Eine gemeinsame Feier stärkt die Akzeptanz und Motivation aller Beteiligten für zukünftige bzw. weiterführende Maßnahmen und Aktionen. 

Mobilitätsmanagement ist ein kontinuierlicher Prozess. Durch die regelmäßige Wiederholung aller Schritte können Probleme frühzeitig erkannt und Aktivitäten an neue Herausforderungen angepasst werden. Auf diese Weise entsteht ein dauerhaft wirksamer Verbesserungsprozess für die Mobilität rund um die Bildungseinrichtung.

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