Maßnahme des Monats September
E-Ladestationen am Betriebsstandort
Eigene Ladestationen am Standort können die laufenden Kosten senken und machen unabhängig von den Tarifmodellen öffentlicher Ladeanbieter. Sie lassen sich außerdem hervorragend mit eigenen Photovoltaikanlagen und Stromspeichern kombinieren.
Die E-Mobilität wächst, und was ist mit der Ladeinfrastruktur?
Immer mehr Unternehmen setzen im Arbeitsalltag oder am Arbeitsweg auf elektrische Fahrzeuge. Mitarbeitende erhalten statt konventionell betriebenen Pkw moderne E-Dienstwägen, Lieferwägen werden elektrifiziert und im Schwerlastbereich werden vermehrt E-Lkw eingesetzt. Und das hat gute Gründe: E-Fahrzeuge sind im laufenden Betrieb günstiger, haben niedrigere Wartungskosten und bieten einen höheren Fahrkomfort. Doch wie können die Fahrzeuge sinnvoll geladen werden?
Die öffentliche Ladeinfrastruktur ist in Österreich bereits gut ausgebaut und wird laufend erweitert. Bei weiteren Distanzen ist eine Ladung an einer öffentlichen Schnellladesäule häufig erforderlich und dauert nur wenige Minuten. Eigene Ladestationen am Betriebsstandort sind jedoch wichtig, um Kosten für Ladevorgänge zu senken. Insbesondere in Kombination mit einer Photovoltaikanlage (PV-Anlage) kann kostengünstige Energie erzeugt und direkt vom eigenen Fuhrpark genutzt werden.
Mit der eigenen E-Ladeinfrastruktur Planungs- und Kostensicherheit schaffen
Betreiber:innen von Fuhrparks sind von schwankenden Treibstoffpreisen abhängig. Wenn die Preise an den Zapfsäulen steigen, erhöht das direkt die Kosten im laufenden Betrieb. Aus diesem Grund steigen vielen Unternehmen genau jetzt auf elektrisch betriebene Fahrzeuge um. Denn Unabhängigkeit von externen Faktoren erhöht die Planbarkeit im Betrieb.
Um auch unabhängig von unterschiedlichen Tarifmodellen im öffentlichen Ladenetz zu sein, lohnt sich die Errichtung eigener Ladestationen am Betriebsgelände. So können Fahrzeuge immer zu den aktuell verfügbaren Strompreisen geladen werden.
Die Kosten eines elektrischen Fahrzeuges über den gesamten Lebenszyklus betrachtet (TCO) können verglichen mit einem konventionell betriebenen Fahrzeug ähnlich oder niedriger ausfallen. Zwar haben Elektrofahrzeuge noch etwas höhere Anschaffungskosten. Diese können durch niedrigere Kosten im laufenden Betrieb jedoch ausgeglichen werden. Insbesondere niedrige Ladekosten tragen zur Wirtschaftlichkeit bei. Eine eigene Ladeinfrastruktur senkt die laufenden Kosten des Fuhrparks erheblich, in Kombination mit einer PV-Anlagen umso mehr.
Fahrzeuge dort laden, wo sie parken
Eine betriebseigene Ladeinfrastruktur sollte an die Nutzungszeiten des Fuhrparks angepasst werden. Viele Transporter und Lkw sind untertags im Einsatz und stehen über Nacht im Depot. Lademöglichkeiten sollten genau dort zur Verfügung stehen, wo die Fahrzeuge abgestellt werden. Aus Kostengründen und damit keine zusätzlichen Flächen versiegelt werden, sollten keine zusätzlichen Parkplätze für den Ladevorgang errichtet werden.
Die passende Ladeinfrastruktur für den eigenen Fuhrpark wählen
Welche Lademöglichkeiten für einen Betrieb sinnvoll sind, hängt vor allem von den verfügbaren Standzeiten der Fahrzeuge ab. Werden Transporter oder Lkw über Nacht im Depot abgestellt, können Normalladepunkte eingesetzt werden. Beim sogenannten Depotladen steht ein längerer Zeitraum zur Verfügung, um die Fahrzeuge für den nächsten Einsatz zu laden. Bei kurzen Standzeiten können hingegen Schnellladepunkte sinnvoll sein. Entscheidend ist, dass die Ladeleistung zum Energiebedarf und zu den Einsatzzeiten der Fahrzeuge passt.
Eine Möglichkeit, die Ladeinfrastruktur mit der eigenen Stromerzeugung zu verbinden, sind PV-Carports und PV-Truckports. Dabei werden die Stellplätze mit einer PV-Anlage überdacht. Die vorhandenen Parkflächen können so zugleich zur Energieerzeugung genutzt werden. Der erzeugte Strom steht dann für das Laden des eigenen Fuhrparks zur Verfügung.
Sind die Fahrzeuge untertags unterwegs, fallen Stromerzeugung und Ladebedarf jedoch häufig zeitlich auseinander. Ein Stromspeicher kann dazu beitragen, den tagsüber erzeugten PV-Strom auch nachts für Ladevorgänge zu nutzen. Zusätzlich können Speicher eingesetzt werden, um Lastspitzen auszugleichen.
Ergänzend ermöglicht ein intelligentes Lastmanagement die Steuerung der einzelnen Ladepunkte. Die verfügbare Ladeleistung wird dabei auf die angeschlossenen Fahrzeuge verteilt. So können die Ladevorgänge aufeinander abgestimmt und an den jeweiligen Bedarf angepasst werden.
Schritt für Schritt zur betriebseigenen Ladeinfrastruktur
Am Beginn steht eine Planung, die sich am tatsächlichen Einsatz des Fuhrparks orientiert. Welche Fahrzeuge sollen am Standort geladen werden? Wie viel Energie benötigen sie und welche Standzeiten stehen zur Verfügung? Diese Fragen bilden die Grundlage, um den Bedarf an Ladepunkten und die erforderliche Ladeleistung abzuschätzen. Gleichzeitig sollte geprüft werden, welches Potenzial für die Nutzung von selbst erzeugtem PV-Strom besteht.
Auf dieser Grundlage können die verschiedenen Varianten geprüft werden. Je nach Einsatzprofil kommen Normalladepunkte, Schnellladepunkte oder eine Kombination aus beiden infrage. Auch PV-Carports und PV-Truckports, Stromspeicher und ein intelligentes Lastmanagement sollten in die Überlegungen einbezogen werden. Ziel ist eine Ladeinfrastruktur, die zum betrieblichen Alltag passt und einen wirtschaftlichen Betrieb des elektrischen Fuhrparks unterstützt.
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