© illwerke/ Marcel Hagen - Studio22.at

Fahrradinfrastruktur im Unternehmen: Abstellanlagen und Ausstattung

Aktive Mobilität stärkt die Gesundheit und reduziert Kosten. Unternehmen können ihre Mitarbeitenden mit geeigneten Radabstellanlagen bei einer umweltfreundlichen Anreise unterstützen. Eine hochwertige, sichere und komfortable Ausgestaltung der Anlagen motiviert Mitarbeitende zur regelmäßigen Nutzung des Fahrrads.

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Das Wichtigste auf einen Blick

Hochwertig & diebstahlsicher

Überdachte Radabstellplätze bieten Schutz vor Witterung und abschließbare Anlagen sichern Fahrräder und E-Bikes vor Diebstahl.

Flexible Ausgestaltung

Radabstellplätze können je nach Anforderungen und verfügbarem Platz unterschiedlich ausgestaltet werden.

Gesundheitsförderung

Regelmäßige Fahrten mit dem Fahrrad fördern die persönliche Gesundheit. Durch die Unterstützung Aktiver Mobilität können Unternehmen Krankenstandstage reduzieren und Kosten sparen.

Kosteneinsparung

Durch die Errichtung von Radabstellanlagen kann die Anzahl teurer Pkw-Stellplätze reduziert und so Kosten eingespart werden.

Warum zahlt sich betriebliche Radinfrastruktur aus?

Die Errichtung von Radabstellanlagen am Unternehmensstandort ermöglicht Mitarbeitenden sowie Kundinnen und Kunden das sichere Abstellen ihrer Fahrräder. Hochwertige Abstellplätze sind eine wesentliche Voraussetzung, dass das Fahrrad im Alltag - insbesondere am Arbeitsweg - verwendet wird. Eine witterungsbeständige,  diebstahlsichere und zugängliche Ausgestaltung erhöht die Attraktivität von Abstellanlagen und motiviert Mitarbeitende, häufiger das Fahrrad zu nutzen.

Fahrradfahren am Weg zur Arbeit trägt zur körperlichen und geistigen Gesundheit bei und kann langwierige Krankenstände im Betrieb verringern. Außerdem können Radabstellplätze den Bedarf an teuren und raumgreifenden Pkw-Parkplätzen senken. Deshalb lohnt es sich für Unternehmen, in den Ausbau der Radinfrastruktur zu investieren.

Gut zu wissen: Mit dem Radrechner für Betriebe können betriebswirtschaftliche Kosteneinsparungen durch das Fahrradfahren in die Arbeit berechnet werden.

mobilitaetsmanagement.at/radrechner

 

Was macht eine gute Fahrradabstellanlage aus?

Eine gut geplante Radinfrastruktur am Unternehmensstandort ist entscheidend dafür, wie häufig Mitarbeitende, Besucher:innen oder Kund:innen das Fahrrad nutzen. Dabei spielen vor allem die Erreichbarkeit, die Sicherheit, der Witterungsschutz und die funktionale Ausstattung, wie E-Ladestationen und Servicestationen eine zentrale Rolle:

Erreichbarkeit und barrierefreie Zugänge

Fahrradabstellanlagen oder Fahrradräume liegen idealerweise ebenerdig, in unmittelbarer Nähe zum Eingang und mit direkter Anbindung an bestehende Radwege. Vorzugsweise sollten die Radabstellanlagen gemäß RVS 03.02.13 (Radverkehr) errichtet werden. Bei größeren Betriebsgeländen empfiehlt es sich, mehrere dezentrale Abstellmöglichkeiten zu errichten, welche gleichzeitig von den Radfahrerinnen und Radfahrern genutzt werden können. Die Anzahl der Türen zwischen dem öffentlichen Straßenraum und der Abstellanlage sollte gering gehalten werden. Automatische Türen oder Türen mit Schließverzögerung erleichtern die Handhabung und ermöglichen einen einfachen Zugang.

Sichere und wettergeschützte Ausgestaltung

Die Abstellanlagen können entweder in Form von geschützten Fahrradabstellräumen im Gebäude oder aber auch im Freien errichtet werden. Werden die Anlagen im Freien errichtet, achten Sie darauf, dass sie überdacht und mit Seiten- bzw. Rückwänden ausgestattet sind, um die Fahrräder bestmöglich vor der Witterung zu schützen. Das Parksystem ist so zu wählen, dass die Fahrräder diebstahlsicher abgesperrt werden können. Gut einsehbare Bereiche und ein durchdachtes Beleuchtungskonzept wirken Diebstählen und Vandalismus zusätzlich entgegen. Für Spezialfahrräder wie Transporträder oder Fahrräder mit Anhänger sind eigene, größere und gekennzeichnete Stellplätze vorzusehen. Großzügig dimensionierte Fahrgassen erleichtern das Ein- und Ausparken und verbessern den gesamten Verkehrsfluss.

Funktionale Ausstattung

Für E-Fahrräder und E-Transporträder benötigen Nutzer:innen entsprechende Lademöglichkeiten wie Ladestationen oder Akkuladeboxen. Zudem erlauben kleine Radservicestationen einfache Reparaturen und das Aufpumpen der Reifen und benötigen dabei nur wenig Platz. Ein Wasseranschluss mit Schlauch ermöglicht die schnelle Reinigung verschmutzter Fahrräder und hält auch die Abstellanlage sauber. Ergänzend erhöhen kompakte Automaten mit Ersatzteilen und Fahrradschläuchen den praktischen Nutzen.

Welche Fahrradparksysteme gibt es?

Typ Vorteile Nachteile

Anlehnbügel

  • Für alle Fahrradtypen geeignet
  • Fahrrad kann sehr leicht am Rahmen gesichert werden
  • Untergrund muss für Montage geeignet sein

Einstellbügel

  • Fahrrad steht stabil
  • Platzsparend bei höhenversetzter Anordnung
  • Nicht für Spezialfahrräder geeignet
  • Absperren des Fahrrades bei manchen Modellen weniger komfortabel

Doppelstockparker

  • Fahrrad steht stabil
  • Sehr platzsparend
  • Absperren am Rahmen nicht bei allen Modellen möglich
  • Oberer Stock nicht für alle Personen nutzbar
  • Raumhöhe von mindestens 2,75 Metern erforderlich

Fahrradbox

  • Guter Witterungsschutz
  • Aufbewahrungsmöglichkeit für Helm und Zubehör
  • Viele Modelle sind nicht für Transporträder oder Fahrräder mit Kindersitz geeignet.

Die Anbringung einer Vorderradklemme oder einer Hängevorrichtung wird nicht empfohlen: Diese Fahrradparksysteme beschädigen die Felge und bieten keinen ausreichenden Schutz gegen Diebstahl.

Eine attraktive Radinfrastruktur kann noch mehr

Damit Radfahren im Betrieb dauerhaft attraktiv bleibt, spielt das Umfeld der Abstellanlage eine ebenso wichtige Rolle wie die Anlage selbst. Zusätzliche Infrastruktur schafft Komfort und unterstützt Mitarbeitende dabei, das Fahrrad im Arbeitsalltag selbstverständlich zu nutzen.

  • Schließfächer: Spinde oder Schließfächer bieten Platz für nasse oder verschmutzte Kleidung, Fahrradhelme und Taschen.
  • Umkleiden: Kabinen oder Umkleideräume erleichtern es Mitarbeitenden, sich vor oder nach der Fahrt mit dem Fahrrad komfortabel umzuziehen.
  • Duschen: Wenn am Arbeitsplatz Duschen zur Verfügung stehen, wird auch eine Anreise mit dem Fahrrad auf längeren oder anstrengenderen Strecken attraktiv – ohne verschwitzt am Arbeitsplatz anzukommen.
  • Radverkehrsinfrastruktur: Unternehmen können in Kooperation mit der Gemeinde den Ausbau des örtlichen Radwegenetzes fördern und Anbindungen an den Unternehmensstandort mitfinanzieren.

Good Practice: Mit der Errichtung des Rad- und Fußgängerübergangs setzte die AMAG Austria Metall AG einen Schritt zur Steigerung der Aktiven Mobilität. Radfahrende und Fußgänger:innen können nun gefahrloses die vielbefahrene B156 überqueren.

Instandhaltung der Anlage

Radabstellanlagen müssen serviciert und Duschen gereinigt werden, Ersatzteile nachbestellt und defekte Ladepunkte repariert werden. Auch kaputte Fahrräder sollten regelmäßig entfernt werden, um Abstellplätze freizuhalten. Da es sich um fremdes Eigentum handelt, ist ein Hinweis (zum Beispiel in Form eines Schildes) erforderlich.

Eine aktive Instandhaltung aller Anlagen ist für eine attraktive Radinfrastruktur im Unternehmen unerlässlich.

Bewusstsein schaffen und richtig kommunizieren

Damit die Radinfrastruktur eines Unternehmens genutzt wird, müssen Mitarbeitende darüber informiert und zu einer Nutzung motiviert werden:

  • Informieren: Über Aussendungen im Intranet, einen internen Newsletter oder Plakate und Flyer können Mitarbeitende über die betriebliche Radinfrastruktur regelmäßig informiert werden.
  • Veranstaltungen: Vorträge über die Vorteile des Radfahrens, Workshops zur Nutzung von Reparaturstationen oder Fahrsicherheitstrainings schaffen Bewusstsein.
  • Vorbildwirkung: Führungskräfte können mit gutem Beispiel voran gehen und durch die aktive Nutzung der betrieblichen Radinfrastruktur ihre Mitarbeitenden motivieren.
  • Sichtbar machen: Betriebe können selbstständig oder in Kooperation mit Fahrradhändler:innen eigene Fahrradtrikots (z.B mit Firmennamen und -logo) entwerfen und den Mitarbeitenden kostenfrei oder vergünstigt zur Verfügung stellen.
  • Österreich radelt: Unternehmen können an der Aktion „Österreich radelt“ teilnehmen und so zur Nutzung des Fahrrads am Weg zur Arbeit animieren. www.radelt.at/arbeit
© Raiffeisenverband Salzburg
Fahrradreparatur beim Raiffeisenverband Salzburg

Beratungsangebot und Auszeichnungsmöglichkeit

Kostenfreie Beratung

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hohe Fahrradständer und verschiedene Fahrräder, die daran hängen. Eins der circa 10 Räder hat einen Kindersitz drauf. Der Radständer ist entlang einer orangenen Gebäudewand aufgestellt. © Luiza Puiu

Jobrad

Das Jobrad ist für Arbeits- wie auch Freizeitwege ideal - sparen Sie Platz und Kosten.
Alternativtext © iStock.com/michaeljung

Jobticket

Die ÖV-Karte für Arbeits- und Freizeitwege
Ein Mann im Hemd, mit Helm und Umhängetasche radelt an einem modernen Gebäude vorbei. © BMK/Sabine Sattlegger

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Eine Frau, die gerade einen ländlichen Bahnhof verlässt. © BMK/Captif Stefan Mayerhofer

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