Maßnahmen rund ums Radfahren
Das Fahrrad erweitert den Bewegungsradius von Kindern und Jugendlichen und stärkt ihre Selbstständigkeit. Entdecken Sie Maßnahmen und Angebote zur Förderung des Radfahrens an Ihrer Schule.
Ein Fahrrad eröffnet Kindern und Jugendlichen neue Möglichkeiten, aktiv unterwegs zu sein. Mit dem Erlernen wichtiger Kompetenzen fürs Fahrradfahren wird ihr Bewegungsradius größer. Gleichzeitig erfordert die sichere Teilnahme am Straßenverkehr Übung und geeignete Rahmenbedingungen.
Mit diesem Maßnahmenkoffer für das Radfahren fördern Sie die eigenständige Mobilität von Kindern und unterstützen sie dabei, gesund, sicher und aktiv aufzuwachsen.
Legende
Abstellanlagen für Fahrräder und Tretroller
Viele Kinder und Jugendliche fahren mit dem Kick-Scooter zur Schule oder in den Kindergarten. Laut StVO dürfen sie ab acht Jahren selbstständig fahren, jüngere Kinder nur in Begleitung einer mindestens 16-jährigen Person. Da viele Scooter über keinen Ständer verfügen und sich nur schwer sichern lassen, sind spezielle Scooter-Abstellanlagen erforderlich. Diese sollten gut sichtbar und möglichst überdacht sein sowie im Innen- oder Außenbereich errichtet werden. Für Bundesschulen gelten die ÖISS-Richtlinien. Je nach Schultyp wird ein Abstellplatz für Scooter pro 10 bis 20 Schülerinnen und Schüler empfohlen.
Attraktive Fahrradabstellanlagen erleichtern Kindern und Jugendlichen die Anreise mit dem Fahrrad. Wichtig sind gut erreichbare Standorte in der Nähe des Eingangs, ausreichend Stellplätze sowie die Möglichkeit, den Fahrradrahmen sicher abzusperren. Überdachte, beleuchtete und gut einsehbare Anlagen erhöhen den Komfort und fördern die aktive Mobilität im Alltag. Für Bundesschulen gelten die ÖISS-Richtlinien. Als Richtwerte für die Anzahl der Fahrradabstellplätze gelten für weiterführende Schulen 10 bis 15 Prozent der Schülerkapazität (Klassenschülerhöchstzahl) sowie 10 Prozent für das Schulpersonal.
Radfahrkurse
Die klimaaktiv mobil Radfahrkurse fördern die Radfahrkompetenz von Kindern und Jugendlichen und unterstützen sie dabei, sicher und selbstbewusst mit dem Fahrrad unterwegs zu sein. Unter Anleitung zertifizierter Radfahrlehrkräfte werden grundlegende Fahrtechniken trainiert und wichtige Fähigkeiten für die sichere Teilnahme am Straßenverkehr vermittelt.
Die Kurse richten sich an Volksschulen sowie an die Sekundarstufe I und können von Schulklassen einmal pro Schuljahr kostenfrei in Anspruch genommen werden. Die Kurse können auch zur Vorbereitung auf die freiwillige Radfahrprüfung genutzt werden.
Mehr dazu: Radfahrkurse
Freiwillige Radfahrprüfung
Alle Kinder können ab dem vollendeten 9. Lebensjahr und ab dem Besuch der 4. Schulstufe oder ab dem vollendeten 10. Lebensjahr die Prüfung ablegen. Nach der Prüfung sind sie dazu berechtigt, schon vor Erreichen des 12. Lebensjahres ohne Begleitung eines Erwachsenen auf öffentlichen Straßen Rad zu fahren. Die Freiwillige Radfahrprüfung wird in Kooperation mit der Polizei umgesetzt.
Der Theorieteil kann vorab von der Lehrkraft über die Plattform der Freiwilligen Radfahrprüfung abgenommen werden. Eigene Lernunterlagen und eine App unterstützen beim Lehren und Lernen.
Mehr dazu: radfahrpruefung.at
Österreich radelt zur Schule
Österreich radelt ist eine österreichweite Fahrradkampagne, bei der neben Bildungseinrichtungen auch Gemeinden, Unternehmen und Private teilnehmen. Unter dem Motto „woom2school“ sammeln Schüler:innen gemeinsam mit ihrer Klasse und Schule Rad-Kilometer – auf dem Schulweg oder in der Freizeit. In allen Bundesländern (außer Wien) können sie mitradeln und haben die Möglichkeit, Klassen-, Einzel- und Schulpreise zu gewinnen und sich im Ranking mit anderen Klassen und Schulen zu messen und zu zeigen, wer am fleißigsten radelt.
Mehr dazu: radelt.at
Velobus
Der Velobus ist eine organisierte Radgemeinschaft, die es Kindern und Jugendlichen ermöglicht, gemeinsam mit dem Fahrrad zur Schule zu fahren. Velobusse werden österreichweit umgesetzt und sind regional unter unterschiedlichen Namen bekannt, zum Beispiel „Bicibus”. Die Kinder treffen sich an festgelegten Haltestellen entlang einer Route und fahren gemeinsam zur Schule. Begleitet werden sie dabei von freiwilligen Aufsichtspersonen.
Mehr dazu: Velobus
Radausflug
Radausflüge mit Schulklassen sind besonders dann empfehlenswert, wenn sie als Lernchance genutzt werden. Im Mittelpunkt steht nicht die sportliche Leistung, sondern das gemeinsame Erlernen und Anwenden wichtiger Fahrradkompetenzen. Ein Radausflug verbindet Unterricht mit Bewegung und fördert nebenbei die Gesundheit.
Eine praktische Anleitung mit Tipps zur Organisation sowie zu rechtlichen Aspekten finden Sie hier: …
Fahrrad-Reparaturworkshop
In Fahrrad-Reparaturworkshops lernen Kinder und Jugendliche alles rund um das Fahrrad und dessen sichere Nutzung im Straßenverkehr. Sie lernen, welche Ausstattung ein verkehrstaugliches Fahrrad benötigt und wie einfache Wartungs- und Reparaturarbeiten ausgeführt werden.
Unter fachkundiger Anleitung können die Teilnehmenden praktische Erfahrungen sammeln und den Umgang mit ihrem eigenen Fahrrad kennenlernen. Radreparatur-Workshops können als mobiles oder stationäres Angebot in Bildungseinrichtungen und außerschulischen Jugendeinrichtungen umgesetzt werden.
Schreiben Sie uns
Ihre Schule hat gute Erfahrungen mit einer Maßnahme gemacht? Teilen Sie Ihr Praxisbeispiel mit uns, damit andere davon lernen können. Wir freuen uns auch über weitere Ideen.