Report: Aktive Mobilität 2026 - Fußverkehr stark, E-Bikes im Aufwind
Wie oft sind Österreicher:innen zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs? Was motiviert sie, was hält sie davon ab? Der" Report: Aktive Mobilität“ beleuchtet das Mobilitätsverhalten in Österreich mit besonderem Fokus auf Kinder- und Jugendmobilität sowie die Erreichbarkeit öffentlicher Verkehrsmittel.
Die österreichweite Erhebung zur aktiven Mobilität wurde 2021 erstmals durchgeführt und in den Jahren 2023 und 2025 wiederholt. Sie gibt Einblicke in das aktuelle Mobilitätsverhalten der Bevölkerung und beleuchtet die Motive sowie die Barrieren des Zu-Fuß-Gehens und des Radfahrens. Auch angrenzende Themen wie die Mobilität von Kindern und Jugendlichen sowie die Erreichbarkeit des öffentlichen Verkehrs werden berücksichtigt.
Zum Gesamtbericht: Report: Aktive Mobilität
Zu-Fuß-Gehen in allen Altersgruppen fest verankert
Das Zu-Fuß-Gehen spielt eine wichtige Rolle im Mobilitätsalltag der Bevölkerung. Die folgenden Ergebnisse geben einen Überblick darüber, wie häufig Wege zu Fuß zurückgelegt werden, welche Faktoren das Zu-Fuß-Gehen fördern und welche Hindernisse einer stärkeren Nutzung entgegenstehen.
Im Jahr 2025 gehen 92 % der Befragten regelmäßig, also zumindest fünf Minuten am Stück, zu Fuß. Zu-Fuß-Gehen ist damit über alle Altersgruppen hinweg ein fester Bestandteil der Alltagsmobilität. Besonders hoch ist die regelmäßige Fußverkehrsaktivität bei den 50- bis 59-Jährigen: Drei Viertel legen beinahe täglich Wege zu Fuß zurück, weitere 19 % mehrmals pro Woche. Auch Personen in Ausbildung sind überdurchschnittlich häufig zu Fuß unterwegs. Von ihnen geben 96 % an, regelmäßig zu gehen.
An einem durchschnittlichen Werktag sind die Befragten 58 Minuten zu Fuß unterwegs. Jüngere Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren kommen mit 48 Minuten auf einen geringeren Wert. Obwohl Personen in Ausbildung häufiger zu Fuß gehen, ist die Gehzeit kürzer: Sie gehen im Durchschnitt 44 Minuten pro Werktag zu Fuß.
Insgesamt ist die Einstellung zum Zu-Fuß-Gehen sehr positiv: 89 % aller Befragten geben an, gerne zu Fuß zu gehen. Dabei sind Fitness und Gesundheit mit 77 % die wichtigsten Beweggründe, gefolgt von Verkehrssicherheit (68 %) und einer guten Anbindung an den öffentlichen Verkehr (63 %).
Als größte Barriere werden weite Distanzen genannt. Mehr als die Hälfte der Befragten (53 %) empfindet lange Wege als hinderlich. Ebenfalls häufig genannt werden ein hoher Transportbedarf (48 %) sowie ungünstige Wetterbedingungen (36 %). Während Kälte und Schneefall hier eine geringere Rolle spielen – 84 % bzw. 78 % der Befragten gehen bei diesen Wetterbedingungen zu Fuß – geben nur 63 % an, bei Regen zu Fuß zu gehen. Ältere Personen sehen zudem häufiger körperliche Einschränkungen als Hürde, während jüngere Menschen überdurchschnittlich oft den Verkehr und eine unzureichende Fußverkehrsinfrastruktur nennen.
Fahrradnutzung stabil, E-Bikes fördern längere Wege
Fahrradfahren bleibt eine beliebte Form der Alltagsmobilität. Insgesamt nutzen 28 % der Befragten das Fahrrad regelmäßig, also täglich oder mehrmals pro Woche. Gleichzeitig gibt rund ein Drittel an, nie mit dem Fahrrad zu fahren. Besonders verbreitet ist die Fahrradnutzung unter den 30- bis 49-Jährigen. Männer greifen etwas häufiger auf das Fahrrad zurück als Frauen, und auch Personen in Ausbildung nutzen es überdurchschnittlich oft.
Zwischen den Bundesländern zeigen sich deutliche Unterschiede. In Salzburg fahren 16 % der Befragten fast täglich und weitere 23 % mehrmals pro Woche mit dem Fahrrad. Auch in Vorarlberg ist die Fahrradnutzung besonders hoch: Jede fünfte Person fährt dort fast täglich Rad, weitere 18 % zumindest mehrmals pro Woche. In Wien geben hingegen 46 % der Befragten an, nie mit dem Fahrrad zu fahren – das sind 13 Prozentpunkte mehr als im Durchschnitt.
Besonders dynamisch entwickelt sich die Nutzung von E-Fahrrädern. Während im Jahr 2021 noch 41 % der Befragten Erfahrungen mit einem E-Bike gemacht hatten, waren es 2025 bereits 53 %. Die Anschaffung eines E-Fahrrads hat zudem häufig Auswirkungen auf das Mobilitätsverhalten: Die Hälfte der Nutzerinnen und Nutzer gibt an, seitdem längere Strecken mit dem Fahrrad zurückzulegen.
Für die Nutzung des (E-)Fahrrads spielen insbesondere gute Rahmenbedingungen eine wichtige Rolle. Eine sichere Abstellmöglichkeit zu Hause ist für 62 % der Befragten ein entscheidender Faktor. Fast die Hälfte (46 %) nennt außerdem die positiven Auswirkungen auf Gesundheit und Fitness als wichtigen Beweggrund für das Radfahren.
Als häufigstes Hindernis werden ungünstige Wetterbedingungen genannt (35 %). Auch weite Distanzen (31 %) sowie der Bedarf, Einkäufe oder andere Gegenstände zu transportieren (30 %), schränken die Fahrradnutzung für viele Personen ein. In Wien geben zudem überdurchschnittlich viele Befragte (29 %) an, dass sie kein fahrtüchtiges Fahrrad besitzen. Populär ist hier hingegen das Bikesharing.
Bikesharing in Wien beliebt
Die Nutzung von Bikesharing-Angeboten ist in Österreich insgesamt sehr gering: Nur 3 % der befragten Personen nutzen es regelmäßig, weitere 9 % selten. Ein großer Teil der Befragten möchte Bikesharing nicht nutzen (31 %), weitere 18 % kennen dieses Angebot gar nicht. Zudem geben 37 % der Befragten an, dass es in ihrer Nähe kein Bikesharing-Angebot gibt.
Regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Während 30 % der Befragten in Wien angeben, hin und wieder mit einem Sharing-Fahrrad zu fahren, berichten im Burgenland 49 % der Befragten, dass es in ihrer Nähe kein Angebot gibt.
E-Roller und Tretroller gewinnen an Bedeutung
Neben dem Fahrrad und dem Zu-Fuß-Gehen nutzen immer mehr Menschen auch Mikromobilitätsangebote wie (E-)Roller, Skateboards, Hoverboards und ähnliche Kleinstfahrzeuge. Rund 11 % der Befragten besitzen einen Tretroller und etwa jede zehnte Person einen E-Roller. Des Weiteren geben 9 % an, ein Skateboard zu besitzen; 3 % besitzen ein Hoverboard.
Insgesamt nutzen 8 % der Befragten fast täglich ein Mikromobilitätsangebot, 15 % tun dies mehrmals pro Monat. Besonders häufig werden Mikromobilitätsangebote von jüngeren Menschen sowie von Männern genutzt. Bei älteren Altersgruppen spielt diese Form der Fortbewegung hingegen bislang nur eine untergeordnete Rolle.
Besitz von Öffi-Jahreskarten steigt deutlich an
Der Besitz von Jahreskarten für den öffentlichen Verkehr ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Während sowohl 2021 als auch 2023 jeweils 31 % der Befragten über eine Jahreskarte verfügten, liegt dieser Anteil im Jahr 2025 bereits bei 37 %.
Die Ergebnisse deuten auf eine zunehmende Bindung an den öffentlichen Verkehr hin. Welche Art von Jahreskarte die Befragten besitzen, wurde in der Erhebung jedoch nicht erfasst.
Der Schulweg als wichtiger Ort aktiver Mobilität für Kinder
Kinder und Jugendliche bewegen sich anders fort als Erwachsene. Deshalb widmet der „Report: Aktive Mobilität“ der Mobilität von Kindern und Jugendlichen einen eigenen Themenblock.
Mehr als die Hälfte der Befragten (54 %) gibt an, dass ihr Kind unter 16 Jahren zumindest mehrmals pro Woche zu Fuß in den Kindergarten, die Schule oder zur Ausbildungsstätte geht. Besonders hoch ist dieser Anteil in Wien und Vorarlberg, wo jeweils 62 % der Kinder regelmäßig zu Fuß unterwegs sind.
Das Fahrrad spielt auf dem Weg zur Bildungseinrichtung ebenfalls eine Rolle, wird jedoch seltener genutzt. Insgesamt fahren 21 % der Kinder täglich oder mehrmals pro Woche mit dem Fahrrad. Im Vergleich zu den Vorjahren ist dieser Anteil allerdings zurückgegangen. Mit dem Roller legen 19 % der Kinder ihren Weg zur Bildungseinrichtung täglich oder mehrmals pro Woche zurück.
Mit steigendem Alter gehen Kinder zunehmend allein zur Bildungseinrichtung. Vor allem ab dem Volksschulalter steigt dieser Anteil deutlich: Bereits 35 % bewältigen den Weg allein, weitere 9 % in Begleitung von anderen Kindern. In der Unterstufe im Alter von 11 bis 13 Jahren legen bereits 60 % den Weg allein und 9 % gemeinsam mit anderen Kindern zurück. Insgesamt liegt die selbstständige Mobilität von Kindern und Jugendlichen in Österreich im europäischen Vergleich weiterhin auf vergleichsweise niedrigem Niveau.