Erfolge des Fuß- und Radverkehrs messen: Empfehlungen aus PATH
Viele Ziele, wenig überprüfbare Fortschritte
Immer mehr Staaten verankern aktive Mobilität, insbesondere den Fuß- und Radverkehr, in ihren nationalen Klimastrategien. Doch obwohl die politischen Ziele wachsen, bleibt eine entscheidende Frage oft unbeantwortet: Wirken die Maßnahmen überhaupt?
Laut der Partnership for Active Travel and Health (PATH) gibt es weltweit zwar immer mehr Strategien für Aktive Mobilität, aber kaum belastbare Systeme, um deren Wirkung zu überprüfen. Eine Analyse der Nationally Determined Contributions (NDCs) ergab, dass sich inzwischen über ein Drittel der Länder zu Maßnahmen für Fuß- und Radverkehr bekennt. Gleichzeitig offenbart die Analyse ein grundlegendes Defizit: Es fehlen fast überall belastbare Bewertungsrahmen, um Fortschritte im Bereich der aktiven Mobilität tatsächlich zu messen.
Das hat zur Folge, dass Maßnahmen umgesetzt werden, ohne zu wissen, ob diese tatsächlich die Situation verbessern. Die politische Unterstützung und langfristige Finanzierung bleiben dadurch unsicher.
Warum Erfolge messen?
Ohne Messung bleiben Erfolge unsichtbar. Messung schafft:
- Transparenz: Wurden die gesetzten Ziele erreicht?
- Lernprozesse : Was funktioniert, was nicht?
- Effizienz: Wohin sollten knappe Ressourcen fließen?
- Gerechtigkeit: Profitieren alle Bevölkerungsgruppen von der Maßnahme?
Dabei sind nicht nur technische Daten, sondern auch Erfahrungen und Wahrnehmungen der Menschen relevant.
Wie lassen sich Erfolge messen?
PATH hat einen Leitfaden veröffentlicht, der zeigt, wie Erfolge des Fuß- und Radverkehrs auch mit begrenzten Ressourcen messbar gemacht werden können. Der Schwerpunkt liegt auf Leistungs- und Ergebniskennzahlen. Der Leitfaden richtet sich an Regierungen, Gemeinden, Städte und Regionen sowie NGOs und Investoren, die die Wirkung ihrer Maßnahmen überprüfen möchten.
Der Leitfaden konzentriert sich dabei auf sechs zentrale Messgrößen, die ein umfassendes Bild zur Aktiven Mobilität liefern:
Aktivität: Wie viele Minuten gehen oder radeln Menschen pro Tag?
Zufriedenheit: Wie zufrieden sind die Menschen mit ihrer Umgebung, den Rad- und Fußwegen etc.?
Verkehrssicherheit: Wie viele Unfälle passieren? Wie schwer sind diese Unfälle?
Sicherheit im öffentlichen Raum: Fühlen sich Menschen sicher vor Kriminalität (z.B. Diebstahl)
Komfort: Gibt es genug Platz zum Gehen, Radfahren und Verweilen und ist die Infrastruktur gut ausgebaut?
Zugang: Wie gut sind wichtige Alltagsziele sowie der öffentliche Verkehr erreichbar?
Für all diese Messgrößen bietet der Leitfaden Methoden, mögliche Indikatoren, hilfreiche Tools und Apps sowie internationale Beispiele aus der Praxis. Je nach Ressourcenlage stehen zudem globale Daten zur Verfügung, um Vergleiche herstellen zu können.