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Jede zehnte Autofahrt in Europa kurz genug für Rad, Fußweg oder ÖV

Rund 50 Millionen Autofahrten pro Tag könnten in den Städten der EU bereits heute auf Zu-Fuß-Gehen, Radfahren oder den öffentlichen Verkehr verlagert werden. Das zeigt eine aktuelle Studie zum Potenzial kurzer Wege.

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Das Wichtigste in Kürze

48 Prozent aller Autofahrten in urbanen Räumen sind kürzer als 7 Kilometer.

11 Prozent aller Autofahrten in urbanen Räumen sind sogar kürzer als 3 Kilometer.

Unter aktuellen Rahmenbedingungen könnten 10 Prozent aller kurzen Autofahrten verlagert werden.

In Österreich sind 13 Prozent aller Autofahrten kürzer als 3 Kilometer und dabei im EU-Schnitt.

In kurzen Autofahrten liegt viel Potenzial

Der Umstieg auf klimafreundlichere Verkehrsmittel ist eine zentrale Säule auf dem Weg zu leiseren, sichereren und lebenswerteren Städten. Ein großes Potenzial liegt hierbei in den kurzen Alltagswegen innerhalb von Städten. Eine aktuelle Studie analysierte Mobilitätsdaten von über 100.000 Personen aus allen 27 EU-Mitgliedsstaaten und zeigt dieses Potenzial auf.

Zur Methode: Die Forschenden werteten vorhandene Daten aus der Personenverkehrserhebung der Europäischen Kommission aus. Dabei wurden alle Wege von 100.000 erwachsenen Personen, die in Städten der EU leben, berücksichtigt. Das Verlagerungspotenzial wurde aus dem aktuellen Modal Split des jeweiligen Landes und für die jeweilige Distanz abgeleitet: Bis zu drei Kilometer und bis zu sieben Kilometer. Diese Herangehensweise basiert auf der Annahme, dass der Modal Split die existierenden Kapazitäten des Verkehrssystem in Bezug auf Infrastruktur, Zugänglichkeit und gesellschaftliche Akzeptanz abbildet. Das Verlagerungspotenzial orientiert sich somit an den aktuellen Rahmenbedingungen des Verkehrssystems.

Die Daten zeigen: Viele Autofahrten in der Stadt sind kurz. So sind fast die Hälfte aller Autofahrten in urbanen Räumen der EU kürzer als sieben Kilometer. Das entspricht rund 355 Millionen Fahrten pro Tag. Jede zehnte Fahrt ist sogar kürzer als drei Kilometer. Gerade diese Distanzen eignen sich gut für aktive Mobilitätsformen und den öffentlichen Verkehr. Für Österreichs Städte liegen die Daten mit 13 Prozent aller Autofahrten unter drei Kilometern und 35 Prozent zwischen drei und sieben Kilometern ziemlich genau im EU-Schnitt.

Auf Zu-Fuß-Gehen, Radfahren und öffentlichen Verkehr umsteigen

Wie hoch ist das Potenzial zur Verlagerung auf klimafreundlichere Verkehrsmittel? 10 Prozent aller Autofahrten mit einer Länge von bis zu sieben Kilometern könnten genauso gut zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden, ohne dass dafür ein Ausbau der Infrastruktur notwendig wäre.

Verlagerungspotenzial in Österreich

Unter aktuellen Rahmenbedingungen könnten in österreichischen Städten folgende Autofahrten ersetzt werden:

  • unter 3 Kilometer: 2,6 Prozent durch Radfahren und 21,8 Prozent durch Zu-Fuß-Gehen

  • zwischen 3 und 7 Kilometern: 2,6 Prozent durch Radfahren und 10,5 Prozent durch den öffentlichen Verkehr

Die Studie zeigt, dass Europa bereits über starke Voraussetzungen für mehr klimafreundliche Mobilität verfügt. Dabei ergeben sich regional unterschiedliche Möglichkeiten, die vom Ausbaugrad der Verkehrsinfrastruktur und der Siedlungsdichte abhängen.

Besonders hohe Potenziale beim Radverkehr erreichen Nordeuropa und Westeuropa. Die Niederlande und Dänemark sind Vorreiter, wenn es darum geht, durch sichere Radnetze und eine gute Verknüpfung mit dem öffentlichen Verkehr den Umstieg zu erleichtern. Südeuropa punktet hingegen mit kompakten Stadtstrukturen und einer starken Kultur des Zu-Fuß-Gehens. In Italien beispielsweise ist das Potenzial für Fußwege besonders hoch. Mittel- und Osteuropa verfügen hingegen über gute Voraussetzungen für den öffentlichen Verkehr, wie etwa Österreich, Kroatien und Bulgarien.

Das Potenzial heben

Die Studie hat einen wirksamen Hebel für klimafreundliche Mobilität erkannt. Damit Städte diesen auch nutzen können, braucht es den Ausbau wirksamer Lösungen. 

Die Forschenden empfehlen gezielte Investitionen in:

  • sichere und durchgängige Radverkehrsnetze
  • attraktive Gehwege und öffentliche Räume
  • leistungsfähigen öffentlichen Verkehr
  • gute Verknüpfungen zwischen den Verkehrsmitteln

Wie funktioniert das konkret? In Österreich steht Ihnen das Beratungsangebot für Städte, Gemeinden und Regionen zur Verfügung.

Schon heute können vielerorts kurze Autofahrten vermieden werden. Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, kann das Potenzial noch weiterwachsen.

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