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Modern Bryggebroen bridge in central Copenhagen with people walking. Modern urban architecture in Denmark, island brygge. Life on streets Scandinavian city.

Radschnellwege Kopenhagen: Umfrage bestätigt hohe Nutzung von Pendler:innen

Eine Befragung von 1.100 Radfahrenden zeigt: Auf Kopenhagener Radschnellwegen werden im Alltag oft lange Strecken zurückgelegt. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass diese Infrastruktur Pendelwege über größere Distanzen zuverlässig unterstützt.

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Modern Bryggebroen bridge in central Copenhagen with people walking. Modern urban architecture in Denmark, island brygge. Life on streets Scandinavian city.

Schlüsselergebnisse aus der Umfrage

Distanzen

Die durchschnittliche Radfahrdistanz beträgt 18,27 km pro Richtung.

Motive

Körperliche Gesundheit und psychisches Wohlbefinden sind die wichtigsten Gründe fürs Pendeln mit dem Fahrrad.

Alltagsmobilität

Zwei Drittel der Befragten haben ein Auto zur Verfügung und wählen trotzdem das Fahrrad.

Saison

Rund die Hälfte der Befragten fährt im Winter genauso viel Fahrrad wie im Sommer. 

Längere Distanzen sind im Alltag gut machbar

Im Spätsommer 2024 befragte COWI im Auftrag der Supercykelstisamarbejdet über 1.100 Radfahrende entlang der 16 Radschnellwege in der Region Kopenhagen. Die Ergebnisse zeigen: Lange Strecken sind für viele Menschen Teil des ganz normalen Arbeitswegs.

Zwei Drittel der Befragten, die einen Radschnellweg nutzen, legen eine Strecke zwischen 5 und 19 km zurück. Die durchschnittlich zurückgelegte Distanz beträgt 18,27 km pro Richtung und entspricht damit typischen Pendelstrecken mit dem Auto oder den öffentlichen Verkehrsmitteln. Zum Vergleich: In Österreich pendelt man durchschnittlich 26 Kilometer zum Arbeitsplatz. (Stand: 2024, Statistik Austria).

Die Befragung wurde bewusst an Wochentagen während der Hauptverkehrszeiten durchgeführt, um den Alltagsverkehr abbilden zu können. Damit wird deutlich: Auch Distanzen bis rund 20 Kilometern funktionieren mit Radschnellwegen im Alltag zuverlässig.

Das Fahrrad ist die attraktivere Wahl

Ein hoher Radverkehrsanteil besteht auch dann, wenn andere Verkehrsmittel verfügbar sind. Zwei Drittel der Befragten haben Zugang zu einem Auto. Die Mehrheit entscheidet sich jedoch für das Fahrrad, selbst an Tagen, an denen ein Auto zur Verfügung steht. 80 % der Befragten fahren fast täglich oder täglich mit dem Fahrrad.

Rund die Hälfte der Befragten lebt mit Kindern im Haushalt, doch ihr Mobilitätsverhalten unterscheidet sich nicht signifikant von dem kinderloser Haushalte. Zudem fährt fast die Hälfte der Radfahrenden im Winter genauso viel Fahrrad wie im Sommer.

Eine gute Infrastruktur ist dabei ein entscheidender Faktor und erhöht die Attraktivität des Radfahrens. Die Menschen wählen das Fahrrad aktiv, weil es effizient, planbar und komfortabel ist. 44 % der Befragten gaben an, aufgrund der ausgebauten Radwege nun mehr Fahrrad zu fahren.

Gesundheit als zentrales Motiv

Für viele Befragte spielt die körperliche Gesundheit eine zentrale Rolle bei der Wahl des Fahrrads: 86 % nennen sie als einen der wichtigsten Gründe für das Radfahren im Alltag. Das psychische Wohlbefinden ist für 46 % relevant. Demnach hilft das Radfahren, Stress abzubauen und das allgemeine Befinden zu verbessern. Viele integrieren den Arbeitsweg bewusst in ihren täglichen Bewegungsbedarf, wodurch der Weg zur Arbeit zu einer gesundheitsfördernden Routine wird. Zudem berichten 90 % der Befragten, dass sie das Radfahren im Alltag glücklich macht.

Der Klimaschutz spielt ebenfalls eine Rolle, ist jedoch weniger ausschlaggebend. Nach körperlicher und psychischer Gesundheit ist er erst der dritthäufigste Grund für die Wahl des Fahrrads. Zwar ist einer Mehrheit ein klimaverträgliches Verkehrsmittel wichtig, doch der persönliche Nutzen steht bei der Entscheidung im Vordergrund.

Radschnellwege sprechen viele an

Die Radschnellwege in Kopenhagen werden von Menschen mit sehr unterschiedlichen Voraussetzungen genutzt. Alle Altersgruppen sind vertreten, und die Geschlechterverteilung liegt bei 43 % Frauen und 57 % Männern. Auch bei den genutzten Fahrradtypen zeigt sich eine deutliche Vielfalt: 54 % fahren ein klassisches Fahrrad oder Citybike, 21 % ein E‑Bike und 19 % ein Rennrad. 

Diese Zusammensetzung macht sichtbar, dass eine gut ausgebaute Infrastruktur unterschiedliche Bedürfnisse und Lebenssituationen berücksichtigt und damit breite Zielgruppen erreicht. Radschnellwege erleichtern so vielen Menschen den Zugang zu alltagsgerechter Mobilität.

Leistungsfähige Radschnellwegenetze

Die Erfahrungen aus Kopenhagen zeigen für Planung und Politik konkrete Schritte auf:

  • Netze ausbauen: Lücken schließen und direkte Korridore schaffen
  • Qualität sichern: bequeme Breite, alltagstauglichen Belag, gute Beleuchtung und einen Winterdienst für Radwege konsequent umsetzen
  • Knoten optimieren: Möglichst wenig Stopps und bei Knoten den Radverkehr priorisieren
  • Gesundheitsnutzen kommunizieren: Alltagserleichterung und Wohlbefinden sichtbar machen
  • Wirkung messen: Vorher-Nachher-Vergleiche zu Modal Split und Reisezeit durchführen

Radschnellwege steigern Tempo, Sicherheit und Lebensqualität im Pendelverkehr. Sie aktivieren neue Nutzergruppen und verlagern Wege auf das Fahrrad. Diese alltagspraktischen Vorteile führen zugleich zu einer spürbaren Entlastung für Umwelt und Klima.

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