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Fahrradmitnahme mit dem Bus: Erfolgsfaktoren und Lösungen

Die Fahrradmitnahme mit dem Bus gewinnt in Österreich zunehmend an Bedeutung und eröffnet neue Möglichkeiten für regionale und multimodale Mobilität. Verschiedene Beispiele aus den Bundesländern zeigen, welche Faktoren den Erfolg bestimmen und wie sowohl Fahrradanhänger als auch Fahrradträger als praxistaugliche Lösungen das Zusammenspiel von Bus und Rad stärken können.

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Das sollten Sie wissen

Fahrradträger am Heck

Benefits: Kostengünstige und platzsparende Lösung. Viele Haltepunkte sind fürs Be- und Entladen geeignet. Mit Heckträgern können die meisten Strecken befahren werden.

Herausforderungen: Das Be- und Entladen braucht Zeit und erfordert eine Taktanpassung im Linienbetrieb. Es sind Sicherheitsthemen, Haftung und arbeitsrechtliche Fragen für Busfahrer:innen zu klären.

Fahrradanhänger

Benefits: Inbesondere für stark nachgefragte Ausflugsziele und Radtourismusregionen geeignet, weil die Anhänger große Transportkapazitäten bieten.

Herausforderungen: Betrieblich aufwendiger als Radträger am Heck. Die Anhänger sind nicht für alle Streckentypen und Haltepunkte geeignet.

Ergänzend zur Radmitnahme

Die Fahrradmitnahme mit Bussen ist ein Teil der Lösung in der Kombination Radfahren und Öffentlicher Verkehr. Je nach Voraussetzungen vor Ort sollten Gemeinden und Verkehrsbetriebe Angebote fürs Radparken und Leihradsysteme direkt an den Haltestellen verstärken. 

Lösungen für den Fahrradtransport mit Bussen

Multimodale Mobilitätslösungen verbindet die Stärken des öffentlichen Verkehrs mit der Flexibilität des Radfahrens und des Zu-Fuß-Gehens und schafft dadurch nahtlose Wegeketten, die vorher oft nicht möglich waren. Damit steigt nicht nur die Erreichbarkeit, sondern es können auch neue Zielgruppen gewonnen werden, die bisher kaum auf den ÖV zurückgegriffen haben.

In Österreich setzen immer mehr Verkehrsunternehmen auf solche Kombinationen. Erfahrungen aus Regelbetrieb und Pilotprojekten zeigen, worauf es beim Fahrradtransport im Linienbus ankommt.

Aktuell kommen zwei externe Transportlösungen zum Einsatz:

  • Heckträger: Dabei handelt es sich um kostengünstige, außen am Heck montierte Fahrradträger, die den Innenraum entlasten, jedoch zusätzliche Haltezeit beim Be- und Entladen erfordern und die Fahrräder Witterungseinflüssen aussetzen.
  • Fahrradanhänger: Diese werden insbesondere auf touristisch geprägten oder saisonal stark nachgefragten Strecken eingesetzt, weil sie große Transportkapazitäten bieten. Sie sind jedoch im Betrieb aufwendiger und nicht für alle Streckentypen geeignet.

Immer häufiger wird von Verkehrsbetrieben die Variante mit Heckträger für die Radmitnahme gewählt. Empfehlenswert sind Träger mit Hublift, die das Hinaufhieven des Fahrrads auf über zwei Meter Höhe unterstützen.

Gut zu wissen: Der Verkehrsverbund Tirol (VVT) ist Vorreiter in Österreich. Seit 2025 können auf fast allen Busrouten im Bundesland Räder im Linienbetrieb befördert werden. Für Bergstrecken, auf denen Mountain- und Downhill-Biken sowie E-Bike-Fahrten besonders nachgefragt werden, hat der VVT einen Innovationswettbewerb für neue Heckträger-Modelle durchgeführt. Drei Ideen wurden prämiert und zu einem Innovationsdialog im Jahr 2026 eingeladen, um eine mögliche Umsetzung als Prototyp zu erörtern.

Verkehrsbetriebe sammeln erste Erfahrungen im Linienbetrieb 

Unabhängig von der gewählten technischen Lösung zeigt die Praxis, dass die Umsetzung weit über die Frage geeigneter Trägersysteme hinausgeht. Im EU-Donauraum-Projekt Active2Public Transport  (A2PT) haben die Verkehrsbetriebe Burgenland (VBB) und der Verkehrsverbund Region Bratislava (BID / IDS BK) in den Jahren 2025 und 2026 in der warmen Jahreszeit (April bis September) den Betrieb mit Fahrradheckträgern auf je einer Buslinie getestet.

Herausforderungen im Betrieb:

  • Fahrpläne müssen trotz zusätzlicher Haltevorgänge eingehalten werden,
  • arbeitsrechtliche und sicherheitsrelevante Aspekte für das Fahrpersonal sind zu klären,
  • und klare Regeln für das Be- und Entladen sind erforderlich.

Im Projekt Active2Public Transport (A2PT) hat sich etwa die Beschränkung auf bestimmte Haltestellen als sinnvoll erwiesen, um die Betriebsstabilität zu sichern.

Beispiele für Fahrradträger

Fahrradmitnahme im regionalen Busverkehr wird in vielen Regionen bereits erfolgreich umgesetzt.

© Verkehrsbetriebe Burgenland GmbH

Verkehrsverbund Tirol (VVT)

Linienbusse mit Radheckträger sind in Tirol von Mai bis Oktober in Betrieb. Wenn kein Radheckträger verfügbar ist, entscheidet das Fahrpersonal, ob eine Mitnahme der Fahrräder im Innenraum möglich ist. Rollstühle und Kinderwagen haben dabei immer Vorrang.

Infos zur Radmitnahme des VVT

Verkehrsbetriebe Burgenland (VBB)

Wie bereits im Jahr 2025 ist auch 2026 auf der Linie B2 von Oberwart über Jennersdorf nach Graz von April bis September die Mitnahme von Fahrrädern am Heckträger nach vorheriger Reservierung per E-Mail möglich (Pilotbetrieb). Der VBB testet derzeit noch im Pilotbetrieb die Radmitnahme. Nach Abschluss des EU-Projekts A2PT wird überlegt, den Linienbetrieb mit Radmitnahme beizubehalten. Eine Ausdehnung auf weitere Strecken wird aktuell geprüft.

Mobilitätszentrale Burgenland

Verkehrsverbund Region Bratislava (IDS BK)

Auf der grenzüberschreitenden Linie 901 von Bratislava (Station „Most SNP” im Zentrum) nach Hainburg an der Donau (Station „Pfaffenbergweg”) wird von April bis zum 25. Oktober 2026  wie im Jahr 2025 die Mitnahme von Fahrrädern am Heckträger möglich sein. Für die Mitnahme von Fahrrädern ist keine Reservierung notwendig. Wie auf allen Buslinien von IDS BK ist die Mitnahme der Fahrräder auch im Innenraum möglich, wobei Rollstühle und Kinderwagen Vorrang haben. Begleitend zur Radmitnahme auf Linie 901 bietet IDS BK auch Karten mit interessanten Radtouren in der Grenzregion zwischen Niederösterreich und der Slowakei. 

Radtouren-Karte (in Deutsch) 

Information von IDS BK (in Deutsch)

Beispiele mit Fahrradanhänger

In Vorarlberg und in Niederösterreich werden je zwei Buslinien saisonal von Mai bis Oktober mit einem Radanhänger für bis zu 20 Fahrräder oder E-Bikes bedient.

© Regionalentwicklung Bregenzerwald GmbH

Fahrradbus | Landbus Bregenzerwald, Vorarlberg

Der Fahrradbusanhänger bietet Platz für Fahrräder und E-Bikes und verkehrt auf zwei Linien:

  • Linie 8R1: Schwarzach Bahnhof - Egg - Warth/Damüls
  • Linie 8R2: Bregenz - Hittisau - Egg

Infos des VVV / vmobil (Verkehrsverbund Vorarlberg)

Radtramper | NÖVOG, Niederösterreich

Die Mitnahme eines (E-)Fahrrades ist auf folgenden Linien möglich:

  • Linie 656 - Ybbstal: Waidhofen an der Ybbs - Lunz am See 
  • Linie 696 - Traisental: St. Pölten - Lilienfeld - Kernhof 

Infos der NÖVOG (Niederösterreichische Verkehrsorganisationsges.m.b.H)

Einbindung aller Interessensgruppen

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die frühzeitige und kontinuierliche Einbindung aller relevanten Akteur:innen. Dazu zählen Verkehrsunternehmen, politische Entscheidungsträger:innen, Fahrpersonal sowie Interessenvertretungen. In der Praxis wurde insbesondere die Perspektive der Busfahrer:innen als wesentlich erachtet, da sie unmittelbar mit den Auswirkungen im täglichen Betrieb konfrontiert sind. Fehlende Abstimmung kann hier rasch zu Akzeptanzproblemen führen.

Information und Bewerbung des Angebots für Fahrgäste 

Eine gezielte Kommunikationsstrategie ist entscheidend, damit Fahrgäste die neuen Angebote auch tatsächlich nutzen. Klare Informationen zur Fahrradmitnahme, einfache Anleitungen und begleitende Marketingmaßnahmen, die oft in Kooperation mit Tourismusorganisationen durchgeführt werden, erhöhen die Sichtbarkeit. Erste Erfahrungen aus dem A2PT-Projekt zeigen, dass neue Angebote ohne entsprechende Kommunikation zunächst nur zögerlich genutzt werden, selbst wenn grundsätzlich Interesse besteht.

Active2Public Transport: Inspiration und innovative Lösungen auf der ersten und letzten Meile 

Die A2PT-Online-Toolbox in englischer Sprache ist eine neue, praxisorientierte Online-Ressource für Fachpersonen, die sich mit der Integration von Fuß- und Radverkehr sowie öffentlichem Nahverkehr befassen. Sie wurde im Rahmen des Projekts „Active2Public Transport“ entwickelt und vereint bewährte Beispiele, strukturierte Leitlinien und übertragbare Lösungen für eine bessere multimodale Mobilität auf der ersten und letzten Meile in der Donauregion.​ 

Darunter auch die A2PT-Pilotprojekte zur Radmitnahme auf Heckträgern auf Buslinien im Burgenland und in der Region Bratislava sowie als Good-Practice-Beispiel der Landbus Bregenzerwald mit Radanhänger aus Vorarlberg. Im Handlungsfeld zur Radmitnahme werden auch Hinweise zur Radmitnahme in der Bahn und auf Wasserwegen (Fähren) gegeben.

www.active2publictransport.eu

Radmitnahme in Bussen fördert multimodale Mobilität

Insgesamt verdeutlichen die bisherigen Erfahrungen, dass die Fahrradmitnahme im Bus ein wirksames Instrument zur Förderung multimodaler Mobilität sein kann, wenn technische, betriebliche und kommunikative Aspekte zusammengedacht werden. Entscheidend ist dabei, den Fokus nicht ausschließlich auf die Infrastruktur zu legen: Erst im Zusammenspiel mit funktionierenden Betriebsabläufen, abgestimmten Rahmenbedingungen und aktiver Ansprache der Nutzer:innen kann das Potenzial dieser Angebote voll ausgeschöpft werden.

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