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Umweltfreundlich elektrisch unterwegs: vom Kauf bis zur Ladestation – ein Überblick

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Haben Sie sich auch schon einmal gefragt, ob Ihr nächstes Auto nicht lieber einen elektrischen Antrieb haben sollte? Elektroautos gewinnen durch ihre vielfältigen, insbesondere umweltfreundlichen Vorteile immer mehr an Bedeutung.

Im Betrieb stoßen Elektroautos keine Schadstoffe aus und tragen somit zur Verbesserung der Luftqualität bei. Darüber hinaus zeigen Studien, dass sie über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg, von der Produktion bis zur Entsorgung, insgesamt weniger klimaschädliche Treibhausgasemissionen verursachen. Wir fassen im Folgenden die wichtigsten Informationen zusammen, die Sie rund um ein eigenes E-Auto haben sollten.

Die Vorteile von E-Autos sprechen sich immer mehr herum: Im Jahr 2023 wurden erstmals mehr Neuzulassungen von Elektroautos als von Dieselautos verzeichnet. In unserer topprodukte-Liste finden Sie alle derzeit auf dem österreichischen Markt erhältlichen Elektro-Pkws mit einer maximalen Motorleistung von 200 kW.

Reichweite und Lademöglichkeiten

In Österreich sind die meisten Autofahrten deutlich kürzer als 50 km. Lange sagte man E-Autos eine zu geringe Reichweite nach. Doch keine Sorge – die aktuellen Modelle haben bereits bewiesen, dass sie nicht nur den Alltag spielend meistern, sondern mit voll aufgeladenem Akku auch längere Strecken von etwa 300 bis 600 Kilometern fahren können. E-Autos können daher Alltagswege problemlos bewältigen und sind mittlerweile ein vollwertiger Ersatz für Benzin- oder Dieselautos. Die Akkus sind auf eine Lebensdauer von 15 Jahren und mindestens 150.000 km ausgelegt und können auch nach ihrer Nutzung im Fahrzeug noch vielfältig verwendet werden, zum Beispiel als stationäre Energiespeicher.

Unser Ladenetzwerk wächst kontinuierlich, um das Aufladen Ihres Elektroautos so einfach wie möglich zu gestalten. Sie können Ihr Auto sowohl zu Hause als auch an öffentlichen Ladestationen bequem aufladen. Einige Ladekarten ermöglichen sogar das sogenannte E-Roaming, mit dem Sie verschiedene Ladestationen verschiedener Betreiber nutzen können. So können Sie jederzeit flexibel Ihr Elektroauto aufladen, egal wo Sie gerade unterwegs sind. Die Ladedauer hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der maximalen Ladeleistung des Fahrzeugs, dem Ladepunkt, der Batteriegröße und der gewünschten Strommenge. An Schnellladestationen kann der Akku während einer kurzen Kaffeepause ausreichend aufgeladen werden. In den meisten Fällen genügt eine Langsamladung über Nacht, um den Akku vollständig aufzuladen.

Gut zu wissen: Elektroautos haben manchmal den Ruf, viel Energie zu verbrauchen. Tatsächlich ist eher das Gegenteil der Fall. Elektroautos nutzen Energie sehr effizient und können mit derselben Energiemenge deutlich weiter fahren als Autos mit Benzin- oder Dieselmotor. Verbrennungsmotoren verlieren einen großen Teil der Energie in Form von Wärme, während Elektromotoren den größten Teil der Energie direkt in Bewegung umwandeln. Deshalb benötigen Autos mit Benzin oder Diesel für die gleiche Strecke deutlich mehr Energie.

In unserer topprodukte-Liste bieten wir einen Marktüberblick über die in Österreich erhältlichen Ladestationen.

Mit einer eigenen Wallbox zu Hause können Sie Ihr Elektroauto bequem in der Garage oder auf dem Stellplatz aufladen und sich die Fahrt zur nächsten Tankstelle ersparen.

Um eine eigene Ladestation für Ihr E-Auto anzuschaffen, können Sie folgende Schritte unternehmen:

  1. Informieren: Sprechen Sie mit Ihrer Familie und Nachbar:innen über die Idee, eine Wallbox zu installieren – vielleicht sind diese ja auch an einer Nutzung interessiert. Je nachdem benötigen Sie größere Kapazitäten.
  2. Auswahl geeigneter Ladelösungen: Informieren Sie sich über verschiedene Wallbox-Modelle und wählen Sie die passende Station für Ihre Ladebedürfnisse aus.
  3. Anmeldung beim Netzbetreiber: Für Wallboxen mit einer Ladeleistung von bis zu 11 kW müssen Sie lediglich eine Meldung an den Netzbetreiber abgeben. Dies dient dazu sicherzustellen, dass die Netzabdeckung gewährleistet werden kann.
  4. Genehmigung für Wallboxen über 11 kW: Wenn Ihre Wallbox eine höhere Ladeleistung hat (über 11 kW), benötigen Sie zusätzlich eine Genehmigung durch den Netzbetreiber. Hier wird geprüft, ob das Stromnetz für die benötigte Last ausgelegt ist.
  5. Entscheidung und Kosten: Klären Sie die Kosten und organisatorischen Details mit einem Elektroinstallationsfachbetrieb.
  6. Installation der Lademöglichkeit: Lassen Sie die Wallbox von Fachpersonal installieren.
  7. Abrechnung: Überlegen Sie, wie die Abrechnung des geladenen Stroms erfolgen soll (zum Beispiel über separate Zähler oder Pauschalen).

Haben Sie außerdem eine Photovoltaikanlage (PV-Anlage) auf Ihrem Dach, können Sie umweltfreundlich und wirtschaftlich Ihren eigenen Solarstrom erzeugen und Ihr Elektroauto aufladen. In unserem Photovoltaikleitfaden finden Sie die wichtigsten Informationen zur eigenen PV-Anlage.

Elektromobilität gewinnt auch in Mehrparteien-Wohnhausanlagen immer mehr an Bedeutung. Im Wohnungseigentumsgesetz ist ein sogenanntes „Right-to-Plug“ verankert. Das bedeutet, dass Wohnungseigentümer:innen grundsätzlich das Recht haben, eine Ladeeinrichtung für ein Elektroauto zu installieren. Dafür müssen die anderen Eigentümer:innen schriftlich verständigt werden. Wenn innerhalb von zwei Monaten kein Widerspruch erfolgt, gilt die Zustimmung als erteilt. Selbst wenn es Einwände gibt, kann die Installation unter bestimmten Voraussetzungen gerichtlich genehmigt werden.

Gemeinschaftsanlage

Die Installation vieler einzelner, nicht miteinander verknüpfter Ladestationen kann die Stromkapazität des Gebäudes überlasten und zu hohen Kosten führen. Eine gemeinsame Anlage mit intelligentem Lademanagement kann Spitzenlasten vermeiden und die Ladung gleichmäßig verteilen. So wird keine zusätzliche Stromkapazität benötigt. Besonders in Mehrfamilienhäusern sind gemeinsame Anlagen vorteilhaft. Eine Gemeinschaftsanlage bezieht sich in der Regel auf eine zentralisierte Ladeinfrastruktur, bei der mehrere Ladestationen an einem zentralen Punkt installiert sind. Dies kann beispielsweise ein Parkplatz oder ein Gebäudekomplex sein, wo mehrere Stellplätze vorhanden sind und Ladestationen für Elektrofahrzeuge zur Verfügung gestellt werden.

Für die Installation solcher Anlagen gibt es zwei Möglichkeiten der Beschlussfassung: eine einfache Mehrheit aller Miteigentumsanteile oder eine Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen, die zumindest ein Drittel aller Miteigentumsanteile ausmachen.

E- Mobilitätsgemeinschaft

Wenn mehrere Bewohner:innen eines Wohnhauses Ladepunkte für Elektroautos installieren möchten, kann es sinnvoll sein, die Ladeinfrastruktur gemeinsam zu planen. Statt einzelner Lösungen kann eine gemeinsame Ladeanlage für mehrere Stellplätze errichtet werden. Dabei lassen sich technische Systeme wie Lastmanagement einsetzen, die die verfügbare Netzleistung automatisch auf mehrere Fahrzeuge verteilen. So können mehrere Autos gleichzeitig geladen werden, ohne das Stromnetz zu überlasten.

Für die Errichtung solcher Anlagen gelten die Regelungen des Wohnungseigentumsgesetzes. Die anderen Wohnungseigentümer:innen müssen darüber informiert werden und haben die Möglichkeit, innerhalb einer bestimmten Frist Einwände zu erheben. Unter bestimmten Voraussetzungen kann die Installation einer Ladeeinrichtung auch ohne Zustimmung aller Eigentümer:innen erfolgen.

 

Gut zu wissen: Im Leitfaden der Austriatech erfahren Sie wertvolle Tipps für’sLaden im Mehrfamilienhaus / in einer Wohnanlage. Mustervorlagen für die Beantragung im Mehrparteienhaus finden Sie unter„Wie lade ich mein Elektroauto?“.

In unserer Produktdatenbank finden Sie effiziente E-PKWs und Ladestationen

Nach wenigen Jahren umweltfreundlicher als Verbrenner

Was Elektroautos wirklich beeindruckend macht, ist ihre Umweltfreundlichkeit. Fahrzeuge, die mit 100 Prozent erneuerbarer Energie betrieben werden, können die Emissionen um bis zu 79 Prozent senken! Allerdings ist es wichtig zu beachten, dass bei ihrer Herstellung zunächst mehr CO2-Emissionen entstehen als bei Verbrennern. Dies liegt vor allem an der Produktion der Batterien, die aus seltenen Erden hergestellt werden und umweltbelastende Prozesse erfordern. Doch im Laufe der Zeit gleicht sich dies im Vergleich zu einem Diesel- oder Benzin-betriebenen Pkw aus. Derzeit wird intensiv daran geforscht, die Herstellung von Batterien umweltfreundlicher zu gestalten und alternative Materialien zu verwenden.

Vermeiden, verlagern, verbessern und … weitererzählen

Mit der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos können wir gemeinsam einen entscheidenden Schritt in Richtung einer nachhaltigen Zukunft im Verkehrsbereich machen. Elektroautos tragen maßgeblich zur Senkung der CO2-Emissionen bei und spielen auf dem Weg, wie wir zukünftig klimafreundlich unterwegs sein können, eine wichtige Rolle.

Trotz allem liegt es in der Verantwortung von uns allen, die Anzahl der gefahrenen Autokilometer zu reduzieren, um mehr Platz auf den Straßen für alle zu schaffen. Wenn möglich, sollten Sie unnötige Fahrten vermeiden. Für wichtige Wege steigen Sie am besten auf öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad oder das Zufußgehen um (verlagern). Wenn dies keine Option ist, kann die Entscheidung für ein Elektroauto anstelle eines Verbrenners (verbessern) ein wichtiger Schritt in Richtung Umweltschutz und Nachhaltigkeit sein. Sie können Ihre positive Auswirkung auf das Klima weiter maximieren, indem Sie Ihren Nachbar:innen von Ihren Erfahrungen erzählen oder möglicherweise in der Nachbarschaft gemeinsame E-Lademöglichkeiten in Angriff nehmen, die im besten Fall mit eigenem Sonnenstrom versorgt werden.

Lassen Sie sich von alltagsnahen Praxisbeispielen inspirieren!

PV-Panele am Dach leuchten im Sonnenuntergangslicht © iStock.com/EyeEm Mobile GmbH

Photovoltaik und Carsharing für mehr Regionalität

Dieses Projekt zeigt, wie nachhaltige Entscheidungen im Alltag wirken: Vom gebrauchten E-Auto bis zur eigenen PV-Anlage.
Ein Mann, eine Frau und ein Kind stehen vor ihrem E-Auto, das geladen wird. Im Hintergund ist ein Dach mit PV Panel zu sehen. © iStock/Halfpoint

PV trifft E-Mobilität

Das Praxisbeispiel zeigt: Eigene Energie tanken, statt teuren Strom kaufen.

Erfahren Sie mehr

Eine blonde Frau mit Sonnenbrille fährt auf einem E-Bike, im Hintergund sind Hochhäuser und eine Brücke zu sehen. © iStock.com/Amriphoto

Ein Fahrrad für alle: das E-Bike

Elektrofahrräder sorgen für Ihre klimafreundliche, aktive Mobilität und bringen Sie schnell und bequem (fast) überallhin
Zu sehen ist ein Mann, ein Frau und ein Kleinkind. Alle drei stehen erstaunt vor der PV-Anlage © iStock/anatoliy_gleb

Ihre eigene PV-Anlage

Schritt für Schritt zur eigenen PV-Anlage
eine Gruppe von 4 Frauen sitzt auf einem 4er-Platz in der Bahn und spielt Karten © iStock.com/Larisa Stefanuyk

Urlaub mit der Bahn

Entspannt reisen mit der Bahn
Alternativtext © iStock.com/franz12

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