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A man holding a bicycle walks through a bright hallway in a modern building, heading outdoors.

Mobilitätsausweis A++: Wie mobil ist mein Standort?

Mit dem Projekt „A++ Mobilitätsausweis für Standorte“ wurde erstmals eine Methode entwickelt, um die Mobilitätsqualität von Wohnstandorten objektiv zu bewerten. Angelehnt an den Energieausweis macht der Mobilitätsausweis Erreichbarkeit, Infrastruktur und Mobilitätsangebote anhand einer verständlichen Skala von A bis G vergleichbar.

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Das Projekt im Schnellüberblick

Vergleich

Für Mietende, Immobilienplattformen oder Bauträger – der Mobilitätsausweis erleichtert den Vergleich von Wohnstandorten.

Bewertung

Der Mobilitätsausweis wird aus verschiedenen standort- und objektbezogenen Kennwerten mit unterschiedlicher Gewichtung berechnet.

Nachhaltig mobil

Die Berechnungen basieren auf emissionsarmen Mobilitätsangeboten wie öffentlichen Verkehrsmitteln und aktiver Mobilität.

Betriebsstandort

Nach einer Überarbeitung der bisherigen Kennwerte soll es auch für Betriebsstandorte möglich sein, einen Mobilitätsausweis zu berechnen.

Daheim gut angebunden: Mobilität von Standorten vergleichen

Beim Kauf, der Miete oder dem Neubau von Wohnräumen wird heute selbstverständlich auf den Energieausweis geachtet. Er zeigt auf einen Blick, wie energieeffizient ein Gebäude ist. Das Projekt „A++ Mobilitätsausweis für Standorte“ nutzt dieses Schema als Vorbild und hat eine Methode zur Erstellung von Mobilitätsausweisen entwickelt. Diese bewertet die Mobilitätsbedingungen eines Wohnstandorts und macht sie vergleichbar. Auf einer Skala von A bis G werden die Erreichbarkeit, Nutzbarkeit und Qualität der vorhandenen Angebote zusammengefasst bewertet. Im Zentrum der Berechnung stehen insbesondere nachhaltige Mobilitätsformen ohne Privatkraftfahrzeuge.

So wird für Privatpersonen auch ersichtlich, wo sie durch gute Anbindungen Geld sparen können. Das führt zu besseren Kaufentscheidungen und Investitionen.

Was der Mobilitätsausweis leisten kann

© Herry Consult, Grazer Energieagentur, iSPACE

Der Mobilitätsausweis wurde mit dem Ziel konzipiert, einen leicht verständlichen Überblick über die Mobilitätsbedingungen eines bestimmten Wohnobjekts zu ermöglichen. Das soll nicht nur Mietenden und Kaufinteressierten eine Entscheidungshilfe bieten, sondern auch Immobilienplattformen sowie Makler:innen dabei unterstützen, die Qualität ihrer Objekte darzustellen. Berücksichtigt werden dabei sowohl die Standortqualität – beispielsweise infrastrukturelle Gegebenheiten – als auch Faktoren, die von Immobilienbesitzer:innen beeinflusst werden können, wie die Ausstattung des jeweiligen Objekts.

Bewertet werden unter anderem:

  • Qualität des ÖV-Angebotes im Umfeld
  • Qualität der Rad- und Fußverkehrsinfrastruktur
  • Erreichbarkeit der Grundversorgung wie Gesundheitseinrichtungen, Bildungseinrichtungen oder Supermärkte
  • Ladeinfrastruktur vor Ort
  • Fahrradabstellanlagen vor Ort
  • Zusätzliche Angebote wie Paketboxen, barrierefreie Zugänge oder Breitbandanschluss
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Darüber hinaus ist es ein Werkzeug für Behörden, Fördergeber oder Mobilitätsdienstleister, etwa um ungenutzte Potenziale aufzuzeigen. Zudem kann es Gemeinden bei der Bewerbung von Standortvorteilen unterstützen und Bauträgern bei der Tätigung von Investitionen

Die höchste erreichbare Kategorie A zeichnet sich durch eine hervorragende Infrastruktur für den öffentlichen Verkehr und aktive Mobilität wie Radfahren und Gehen aus. Mobilitätsangebote für private Kraftfahrzeuge fließen nicht in die Berechnung ein. Faktoren wie der Anschluss an das höherrangige Straßennetz oder die Entfernung zur nächsten Park-and-Ride-Anlage werden jedoch in einer Langversion des Mobilitätsausweises (siehe Bild) als Zusatzinformation erläutert.

Im Rahmen des Projektes wurde auch die Berechnung einer haushaltsspezifischen Mobilitätsbewertung entwickelt: Diese soll die individuellen Rahmenbedingungen und Mobilitätsgewohnheiten von Haushalten berücksichtigen, hat jedoch keinen Einfluss auf den standortsbezogenen Mobilitätsausweis.

Wie wird der Mobilitätsausweis berechnet?

Bei der Entwicklung des Mobilitätsausweises wurde eine praxisnahe Bewertungsmethode für Ersteller:innen wie Immobilienbesitzer:innen, Hausverwaltungen, Bauträger oder Planer:innen angestrebt. Standortbezogene Kennwerte können auf Basis der Adresse durch GIS-gestützte Modellierungen automatisiert berechnet werden. Der Ausweis wird schließlich durch die spezifischen Angaben der Erstellenden über die Ausstattung des jeweiligen Wohnobjekts individualisiert.

© eigene Darstellung

Die Gesamtbewertung des Mobilitätsausweises setzt sich zu gleichen Teilen aus der Mobilitätsbewertung des Standorts und der des Objekts zusammen. Letztere setzt sich wiederum zu 50 Prozent aus der Qualität des Mobilitätsangebots im Umfeld und zu 50 Prozent aus der Erreichbarkeit der Grundversorgung zusammen.

Qualität der Mobilitätsangebote im Umfeld

  • ÖV-Qualität – 50%
  • Qualität für Radfahren – 20%
  • Qualität für Gehen – 20%
  • Weitere Mobilitätsstruktur (E-Ladeinfrastrukur) – 10%
  • (E-) Carsharing-Angebote im Gemeindegebiet – Bonuspunkt 

Erreichbarkeit der Grundversorgung

  • Basisbildung – 33%
  • Weitere Grundversorgung – 67%

Mobilitätsbewertung des Objekts*

  • Ladeinfrastruktur für E-Pkw im Objekt
  • (E-)Carsharing und (E-)Bikesharing im Objekt
  • Fahrradinfrastruktur im Objekt
  • Zusatzangebote im Objekt
  • Maßnahmen Mobilitätsmanagement im Objekt

*Die Gewichtung ist bei Einfamilienhäusern und Mehrparteienhäusern unterschiedlich.

Mobilitätsausweis im Praxistest bei Immobilienplattform und Bauträger

Um die technische Implementierung des Mobilitätsausweises in der Praxis zu überprüfen, wurden in der Pilotphase des Projekts zwei Anwendungsfälle getestet:

  • Im ersten Anwendungsfall wurden 130 Immobilienstandorte bewertet und die Mobilitätsausweise in kompakter Kurzversion in den jeweiligen Inseraten auf dem österreichischen Immobilienportal FindMyHome dargestellt.
  • In einem weiteren Anwendungsfall wurde in Kooperation mit einem Bauträger anhand von drei Beispielobjekten die Praxistauglichkeit der Kennwerte und der Bewertungsmethodik geprüft und Verbesserungsvorschläge wurden eingeholt.

Der Praxistest ergab, dass der Mobilitätsausweis für Bauträger ein interessantes Instrument zur Vermarktung von Immobilien sein kann. Eine Anerkennung als Nachhaltigkeitszertifikat würde dessen Nutzen zusätzlich erhöhen. Bei einer österreichweiten Implementierung wäre es auf Immobilienplattformen hilfreich, den Mobilitätsausweis in Such- und Filterfunktionen zu integrieren.

Weiterentwicklung und Potentiale

Der im Projekt entwickelte Mobilitätsausweis konzentriert sich derzeit auf Wohnstandorte. Künftig könnte die Methodik jedoch auch auf Betriebsstandorte ausgeweitet werden, um sowohl Arbeitssuchende als auch Unternehmen bei ihren Standortentscheidungen zu unterstützen.

Für eine österreichweite Umsetzung sind eine langfristige Bereitstellung und Pflege der Datengrundlagen sowie klare Zuständigkeiten für das Datenmanagement entscheidend. So könnte der Mobilitätsausweis langfristig als Orientierungshilfe für nachhaltige Standortentscheidungen etabliert werden.

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