© BMIMI/Luiza Puiu

Transportrad-Aktionsplan: London setzt auf eine nachhaltige Lieferlogistik

Londons erster Transportrad-Aktionsplan – der Cargo Bike Action Plan – soll die Nutzung des Transportrads für kurze Lieferwege ankurbeln.

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Transportrad als erste Wahl für kurze Lieferwege

Der Online-Einzelhandel wächst auch in London stetig, und mit ihm nimmt die Zahl der Hauszustellungen weiter zu. Die vielen Lieferwagen belasten jedoch die Luftqualität, verursachen Lärm und beeinflussen letztlich auch die Lebensqualität in der Stadt. Dadurch rückt das Fahrrad aufgrund seiner leisen und platzsparenden Eigenschaften stärker in den Fokus. Während herkömmliche E Bikes vor allem für kleinere Lieferungen wie Lebensmittelzustellungen übernehmen, können (E-)Transporträder – auch Lastenräder genannt – deutlich größere Waren befördern. Sie entwickeln sich damit zu einer attraktiven Option für Dienstleistungen und Lieferungen. Der Transportrad-Aktionsplan zielt darauf ab, das Transportrad als erste Wahl für die „letzte Meile“ zu etablieren. So könnten bis 2030 zwischen einem und vier Prozent aller Lieferwege in London mit dem Fahrrad zurückgelegt werden.

Gut zu wissen: Der Transportrad-Aktionsplan (Cargo Bike Action Plan) ist in Londons Transport-Strategie eingebettet: Bis 2021 sollen 80 Prozent aller Wege zu Fuß, per Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt werden.

Hindernisse für Lieferdienste

Damit mehr Unternehmen auf Transporträder umsteigen, adressiert der Aktionsplan mehrere Hindernisse, die den Einsatz bislang erschweren.

Fehlendes Wissen: Betriebe ohne Vorerfahrung mit Transporträdern müssen zunächst überzeugt werden, dass diese Fahrzeuge zuverlässig, wirtschaftlich und servicefreundlich sind.

Fehlende Daten: Da Transporträder in offiziellen Statistiken nicht gesondert erfasst werden, ist es schwierig, ihre tatsächlichen Auswirkungen zu analysieren. Auch Informationen zu bestehenden Programmen oder Good Practices sind oft nur schwer zugänglich.

Sicherheitsbedenken: Fahrer:innen fühlen sich in schlecht beleuchteten oder abgelegenen Bereichen häufig unsicher. Zusätzlich abschreckend wirkt aggressives Fahrverhalten von Autofahrer:innen.

Hohe Anfangsinvestitionen: Die Anschaffungskosten für Transporträder können für kleine Unternehmen eine große Hürde darstellen. Das Department for Transport bietet daher finanzielle Unterstützung an.

Unzureichende Infrastruktur: Transporträder benötigen sichere Radwege, ausreichend Abstellflächen sowie geeignete Orte für die Lagerung und den Warenumschlag.

Infrastruktur und Umschlagplätze

Eine von vielen Maßnahmen betrifft die Errichtung einer zuverlässigen Infrastruktur und geeigneter Umschlagplätze für den Transport. Damit Transporträder im Lieferalltag funktionieren, braucht es Wege und Anlagen, die auf ihre besonderen Anforderungen zugeschnitten ist. Dazu gehören Radwege und Knotenpunkte, die ausreichend breit sind, um auch größere Transportrad-Modelle sicher aufzunehmen, ohne andere Radfahrende zu verdrängen. 

Eine zentrale Rolle sollen künftig sogenannte „Micromobility Hubs“ übernehmen. Diese kleinen Umschlagplätze dienen als Schnittstelle zwischen dem klassischen Güterverkehr und dem Transportrad. In der Praxis funktioniert das wie folgt: Lieferfahrzeuge wie Lkw oder Transporter bringen Waren zu einem Hub am Stadtrand oder in einem bestehenden Parkhaus oder Bahnhof. Dort werden die Sendungen sortiert und auf die Transporträder verteilt, die die Verteilung auf der „letzten Meile“ übernehmen.

Micromobility Hubs erfüllen dabei mehrere Funktionen gleichzeitig: Sie reduzieren den Lieferverkehr in dicht besiedelten Gebieten, aber bieten Transporträdern auch Parkmöglichkeiten und eine Ladeinfrastruktur.

Eine Übersicht über alle weiteren Maßnahmen finden Sie im Cargo Bike Action Plan

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